Donnerstag, 22. Januar 2009

Ina Will's Wissen (I) - Kassenzettel

Ab heute startet meine neue Serie "Ina Will's Wissen". Hier werde ich in unregelmäßigen Abständen über Themen schreiben, die für mich zunächst unerklärlich waren, aber die ich nach einiger Recherche doch recht interessant fand. Das heutige Thema: Kassenzettel in Taiwan

Auch in Taiwan bekommt man beim Einkaufen immer einen Kassenzettel.

Doch wenn man diesen Kassenzettel nicht annimmt, oder sogar wegschmeißt, gibt es mit Sicherheit schiefe Blicke - also schön mitnehmen und zu Hause sammeln!

Aber wozu?! Gibt es in Taiwan etwa ein Wettbewerb "Taiwan such das schönste Haushaltsbuch"?!

Nein. Des Rätsels Lösung befindet sich im oberen Teil des Kassenzettels:

Wie ihr in diesem Bild sehen könnt befindet sich in einem roten Kreis eine Zahlenfolge. Und einer dieser Zahlenkombinationen ist Millionen wert. Genau - ein Kassenzettel ist in Taiwan gleichzeitig ein Lotterieschein.

Also nachmal zum Mitschreiben: Man kauft sich für 10c einen Kaugummi. Bekommt dafür einen Kassenzettel, den man aufhebt. Alle zwei Monate wird eine Nummer gezogen, die man im Internet nachschlagen kann. Und mit Glück ist man Millionär! Wie toll ist das denn?!

Doch eine Sache ist doch sehr seltsam. Wer finanziert denn bitte das Ganze?! Wer stellt das Geld zur Verfügung?

Zunächst dachte ich, vielleicht geht pro Einkauf immer ein Cent in den großen Topf. Doch welcher Laden würde sich einem solchen System anschließen? Ein Cent pro Einkauf ist in der Summe riesig. Und da alle Geschäfte diese Kassenzettel ausgeben, hat es auch keinen Kunden-Anlock-Effekt. Also wer in aller Welt hat ein Interesse daran alle zwei Monate über eine Million zu verschenken?!

Es gibt nur einen, für den es einen Vorteil bringt:

Der Staat.

Und zwar stellt der Staat somit sicher, dass bei jedem Einkauf ein (registrierter) Kassenzettel gedruckt wird. Schließlich will der Käufer ja Geld gewinnen. Also wird er bald nur noch dort einkaufen, wo es solche Zettelchen gibt. Als Ergebnis unterbindet der Staat somit den Schwarzhandel. Alle paar Monate ein paar Millönchen und ruck zuck ist der Schwarzmarkt weg! Genial!

Was mich anbelangt - ich bin für dieses System einfach nicht geeignet. Innerhalb von zwei Monaten sammeln sich schließlich einige Hundert dieser Papierstreifen, die in meinem Falle nur chaotisch im Zimmer rumfliegen. Also nehme ich entweder die schiefen Blicke in Kauf oder verschenke einfach meine Zettel an Freunde. In vielen Läden kann man die Zettelchen auch spenden. Was meine Freunde anbelangt, hat noch keiner ne Million gewonnen, doch immerhin 4-6 Euro kommt schon vor. Also, für die Sammler unter euch: HAVE FUN & GET RICH!

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