Donnerstag, 29. Januar 2009

Happy 牛(niu) year!



Punkt 11 Uhr letzten Sonntag abend riefen alle Taiwanesen beherzt:

Frohes neues Jahr!!

Nach dem chinesischen Mondkalender endete das Jahr der Maus und nun sind wir im Jahr des Rindes. Wie toll! 2mal hintereinander Silvester und Neujahr feiern! Hm?! 11 Uhr?! Richtig, im alten China hatte ein Tag nur 23 Stunden.

Meine Lehrerin hatte mich und meinen Klassenkameraden Ed zu diesem Anlass für drei Tage zu sich nach Hause eingeladen. Schließlich können die Taiwanesen den Gedanken nicht ertragen, dass man zu Neujahr alleine in Taipei rumhängt. Wo doch um diese Zeit kein Mensch in Taipei ist!!

Nun gut, so ging es Sonntag um 11 Uhr frühs Richtung Taoyuan, südlich von Taipei, zu den Eltern meiner Lehrerin. Nach chinesischer Tradition darf eine verheiratete Tochter eigentlich nicht ihre Eltern vor dem zweiten Neujahrstag besuchen. Das bringt Unglück. Schließlich gehört sie zur Familie ihres Mannes und muss daher Silvester und den ersten Neujahrstag bei seinen Eltern verbringen. Da jedoch die Eltern des Mannes meiner Lehrerin schon verstorben sind, haben ihre Eltern Glück und können ihre Tochter schon zu Silvester sehen. Sonst hätten sie Silvester zu zweit verbringen müssen, denn meine Lehrerin hat nur zwei Schwestern die auch verheiratet sind. So waren wir aber zu sechst und in den folgenden drei Tagen haben wir gegessen, gegessen, gegessen... Die Eltern meiner Lehrerin kochen einfach auch zu gut!

Nach dem Silvesteressen kriegen die Kinder und Gäste sogenannte Hongbao (紅包).Mit anderen Worten - es gibt Geld in roten Umschlägen. Ja, für uns zwei gab es auch Geld und zwar von meiner Lehrerin und von ihren Eltern. Nun sag ma's mal so, das Geld, das ich für die Gastgeschenke ausgegeben habe (Gastgeschenke sind ein Muss in Asien!) hab ich jetzt wieder drin. Kinder, die schon berufstätig sind, bekommen kein Geld mehr. Im Gegenteil. Sie überreichen ihren Eltern als Zeichen der Dankbarkeit einen ziemlich fetten Umschlag. Eine weitere Tradition ist es, sich am Neujahrstag ganz in Rot zu kleiden. Am Besten auch die Unterwäsche! Das bringt Glück. Doch im Großen und Ganzen ist Neujahr in Taiwan eigentlich vergleichbar mit Weihnachten in Deutschland. Man isst viel und trifft sich mit Verwandten und Freunden.

Jetzt bin ich wieder in Taipei... und es ist wirklich nix los hier!! Fast alle Geschäfte sind geschlossen. Die Straßen sind leer. Und was wirklich nervig ist, ist dass man rund um die Uhr das laute Knallen von Feuerwerkskörpern hört. Ihr wisst schon, die mit denen man böse Geister verjagt. Aber wirklich RUND UM DIE UHR! Aber das Wetter ist wunderbar! Sonne und angenehme 20 °C plus. Perfekt für einen Neujahrsspaziergang.

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