Samstag, 31. Januar 2009

Panda-Fieber

Wenn man sich zur Zeit taiwanesische Nachrichten anschaut, sieht man entweder den taiwanesischen Ex-Präsidenten Chen Suibian 陳水扁 im Gefängnishof seine morgentlichen Joggingrunden drehen, eine bitterlich in die Kamera heulende junge Frau, oder zwei runde schwarz-weiße Wesen.

Wen interessiert schon der Ex-Präsident, der wegen Verdachts der Geldwäsche, Herstellung von falschen Beweisen und Veruntreuung von öffentlichen Geldern in zweistelliger Millionenhöhe in U-Haft sitzt?! Seine reuevoll flennende Schwiegertocher will doch auch kein Mensch sehen! Also bitte *augenroll*!

Viel wichtiger und aufregender ist doch: Taiwan hat das Panda-Fieber gepackt!

Letzten Monat schenkte uns die VR China Tuantuan 團團 und Yuänyuän 圓圓. Zusammen ergeben sie Tuan-Yuän 團圓, was "Wiedervereinigung" bedeutet. Hm...wie konnte Taiwan ein solches Geschenk nur annehmen? Aber wie sagt man doch so schön: einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Stimmt, schon gar nicht solch zwei entzückenden Kuschelbärchen!!



Seit diesen Montag kann man die beiden auch im taipeier Zoo besichtigen....äh, vielleicht ist "kurz sehen" der bessere Ausdruck. Denn wer die beiden besuchen möchte, muss zur Zeit mindestens vier Stunden anstehen und darf ganze 30 Sekunden vor ihrem Gehege verbringen. 4 Stunden für 30 Sekunden! Ob man da noch Freude an den beiden hat? Und das mit der Wiedervereinigung, naja, da bin ich mir nicht so sicher. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass zumindest der Zoo äußerst dankbar für dieses Geschenk ist.

Ina Will's Wissen (II) - Recycling

Das Recycling-System in Taiwan lässt sich in drei Worten beschreiben: Geben und nehmen. Es ist so simpel und doch sehr effektiv und relativ kostensparend.

In Taiwan gibt es kein Pfandsystem und auch fast keine Glasflaschen. Die meisten Getränke werden in Plastikbehältern abgefüllt. Da das Leitungswasser in Taiwan nur abgekocht genießbar und dann aber auch nicht gerade gut schmeckt, kaufe ich jeden Tag mindestens eine Flasche Wasser. Und das macht ganz Taiwan genauso. Die Anzahl der wegzuwerfenden Flaschen ist somit enorm hoch! Wie schafft es die taiwanesische Regierung also, dass die Bevölkerung die Flaschen zum Recycling bringt und nicht einfach in den normalen Müll schmeißt?!

1. Für Plastik- und Papiermüll bekommt man Geld

Wenn man Plastik- oder Papiermüll zu bestimmten Sammelstellen bringt, bekommt man dafür der Menge entsprechend Geld. Den meisten Leuten ist das natürlich zu umständlich, doch in einem Hochhaus gibt es mit sicherheit immer jemanden, der sich ein paar extra Pfennige verdienen möchte. Wir z.B. bringen einfach unseren Plastik- und Papiermüll ins Erdgeschoss und stellen ihn vor den Haupteingang. Unsere Nachbarin entsorgt ihn dann für uns und wir sind froh, dass wir uns nicht darum kümmern müssen.

2. Müllbeutel kosten Geld

Wir könnten natürlich auch den Plastik- und Papiermüll mit dem normalen Müll entsorgen. Aber das macht hier auch keiner. Warum? Weil die Mülltüten in Taiwan Geld kosten.

In einem früheren Blog habe ich doch berichtet, dass der Müll jeden abend von der Müllabfuhl von einer bestimmten Sammelstelle abgeholt wird. Die Müllabfuhr nimmt den Müll aber nur mit, wenn er in bestimmten Tüten weggeworfen wird. Ähnlich wie der "gelbe Sack" in Würzburg. Und diese Tüten kosten Geld und sind nicht gerade billig. Für zehn 24 L Tüten zahlt man an die sechs Euro und für Taiwanesen ist das viel Geld! Da überlegt man es sich zweimal, ob man den sperrigen Plastik- und Papiermüll mitreinschmeißt. In Deutschland ist das System im Grund ja genauso. Man bezahlt halt mit den Steuern die Müllabfuhr. Aber das Bewusstsein doch ein ganz anderes, wenn bei jedem Kauf von Mülltüten ein paar Geldscheine weniger im Geldbeutel sind. Oder nicht?

3. Übrigens:

mit dem Sperrmüll verhält es sich genauso. Wenn man größere Sachen entsorgen möchte, stellt man diese einfach an den Straßenrand. Dadurch hilft man sogar automatisch armen Leuten, die diese einsammeln und zur Sammelstelle bringen. Ein weiterer Vorteil von diesem System ist, dass man oft Möbel findet, die vielleicht schon alt und dreckig, aber immer noch gut zu gebrauchen sind. Unser zu Hause z.B. besteht zur Hälfe aus Sachen, die wir auf der Straße eingesammelt haben. Meine beiden taiwanesischen Mitbewohnerinnen sind wahre Profis im Möbelaufsammeln.

So waren wir drei letztens zusammen abendessen. Und auf dem Rückweg im Bus schreit Jasmin auf einmal auf "Ina!!". Ich total erschrocken "was ist los?!" "dort am Straßenrand waren grad Stühle und die sahen wirklich gut aus!" Der Bus war in voller Fahrt und es war stockfinster draußen. Wie konnte sie bitteschön erkennen, dass die Stühle brauchbar sind?! Später fuhren wir jedoch nochmal mit dem Motorroller an die stelle und nun sind wir um viel "neue" Stühle reicher. Wirklich praktisch!

Wie ihr sehen könnt, wieder mal ein Musterbeispiel dafür, wie man mit einfachen aber cleveren Ideen scheinbar schwierige Probleme lösen kann!

Donnerstag, 29. Januar 2009

Happy 牛(niu) year!



Punkt 11 Uhr letzten Sonntag abend riefen alle Taiwanesen beherzt:

Frohes neues Jahr!!

Nach dem chinesischen Mondkalender endete das Jahr der Maus und nun sind wir im Jahr des Rindes. Wie toll! 2mal hintereinander Silvester und Neujahr feiern! Hm?! 11 Uhr?! Richtig, im alten China hatte ein Tag nur 23 Stunden.

Meine Lehrerin hatte mich und meinen Klassenkameraden Ed zu diesem Anlass für drei Tage zu sich nach Hause eingeladen. Schließlich können die Taiwanesen den Gedanken nicht ertragen, dass man zu Neujahr alleine in Taipei rumhängt. Wo doch um diese Zeit kein Mensch in Taipei ist!!

Nun gut, so ging es Sonntag um 11 Uhr frühs Richtung Taoyuan, südlich von Taipei, zu den Eltern meiner Lehrerin. Nach chinesischer Tradition darf eine verheiratete Tochter eigentlich nicht ihre Eltern vor dem zweiten Neujahrstag besuchen. Das bringt Unglück. Schließlich gehört sie zur Familie ihres Mannes und muss daher Silvester und den ersten Neujahrstag bei seinen Eltern verbringen. Da jedoch die Eltern des Mannes meiner Lehrerin schon verstorben sind, haben ihre Eltern Glück und können ihre Tochter schon zu Silvester sehen. Sonst hätten sie Silvester zu zweit verbringen müssen, denn meine Lehrerin hat nur zwei Schwestern die auch verheiratet sind. So waren wir aber zu sechst und in den folgenden drei Tagen haben wir gegessen, gegessen, gegessen... Die Eltern meiner Lehrerin kochen einfach auch zu gut!

Nach dem Silvesteressen kriegen die Kinder und Gäste sogenannte Hongbao (紅包).Mit anderen Worten - es gibt Geld in roten Umschlägen. Ja, für uns zwei gab es auch Geld und zwar von meiner Lehrerin und von ihren Eltern. Nun sag ma's mal so, das Geld, das ich für die Gastgeschenke ausgegeben habe (Gastgeschenke sind ein Muss in Asien!) hab ich jetzt wieder drin. Kinder, die schon berufstätig sind, bekommen kein Geld mehr. Im Gegenteil. Sie überreichen ihren Eltern als Zeichen der Dankbarkeit einen ziemlich fetten Umschlag. Eine weitere Tradition ist es, sich am Neujahrstag ganz in Rot zu kleiden. Am Besten auch die Unterwäsche! Das bringt Glück. Doch im Großen und Ganzen ist Neujahr in Taiwan eigentlich vergleichbar mit Weihnachten in Deutschland. Man isst viel und trifft sich mit Verwandten und Freunden.

Jetzt bin ich wieder in Taipei... und es ist wirklich nix los hier!! Fast alle Geschäfte sind geschlossen. Die Straßen sind leer. Und was wirklich nervig ist, ist dass man rund um die Uhr das laute Knallen von Feuerwerkskörpern hört. Ihr wisst schon, die mit denen man böse Geister verjagt. Aber wirklich RUND UM DIE UHR! Aber das Wetter ist wunderbar! Sonne und angenehme 20 °C plus. Perfekt für einen Neujahrsspaziergang.

Sonntag, 25. Januar 2009

Die Entscheidung

So muss es sich wohl anfühlen, wenn man plötzlich arbeitslos wird. Jeden Tag hat man einen vollen Zeitplan und rast von einem Termin zum anderen - immer schon vorausdenkend, was als nächstes kommt. Man sieht einen langen, sicheren Weg vor sich und hat ein festes Ziel im Visier. Blocksatz
Und dann auf einmal - steht man da - und hat Zeit. Furchtbar viel Zeit. Dann diese unendlich schwere Müdigkeit und die Frage: "hat man die richtige Entscheidung getroffen?!". Erstmal schlafen... viel schlafen. Doch es kommt der Zeitpunkt, da kann man nicht mehr schlafen. Und man sitzt im Bett sich fragend: "was nun tun?!"

Ja, was für eine Woche. Gestern war Chorkonzert. Es war wundervoll! Das Publikum war begeistert. Und auch ich saß im Publikum - es war meine persönliche Entscheidung.

Alles begann mit einer Arbeitserlaubnis. Vor etwa zwei Monaten erklärte mir eine "Sopran-Leaderin"(SL), dass ich für das Konzert eine Arbeitserlaubnis bräuchte. Da der Chor für die Konzerttickets Entgelt verlangte, würde ich aus rechtlicher Sicht sozusagen für den Chor arbeiten. Ich fand das Ganze recht lächerlich und meinte nur, wozu der Aufwand?! Doch SL erzählte mir daraufhin, dass vor einiger Zeit in einem anderen Chor ein Ausländer nach einem Konzert von der Polizei festgenommen wurde, weil er eben keine Arbeitserlaubnis für dieses Konzert aufweisen konnte. Ihm wurde daraufhin das Stipendium weggenommen und er musste sofort Taiwan verlassen. Er darf das Land für die nächsten fünf Jahre nicht betreten.

Somit war klar. Ich brauchte diese Arbeitserlaubnis. Doch letzten Dienstag kam ich frühs zur Probe und SL sagte mir, dass ich keine Erlaubnis bekommen würde. Was tun?!

SL meinte, ich solle trotzdem beim Konzert mitsingen. Sie würde mir versichern, dass mich niemand anschwärzen würde. Schließlich habe ich bereits drei Ganztagsproben hinter mir und mein Tanzpartner würde auch allein dastehen, wenn ich nicht mitsingen würde. Es folgte noch eine minutenlange Auflistung von Gründen, warum ich nicht "nein" sagen sollte. Ob sie mir bis Mittag Zeit zum Nachdenken geben könnte? Nein, das ist nicht möglich. Schließlich bräute sie eine schnelle Entscheidung, wegen eventuellen Änderungen an der Tanzformation. "Gut" meinte ich, "dann lautet meine Antwort: ich kann nicht mitsingen. Für mich ist das keine wirkliche Entscheidung. Aus meiner Sicht habe ich keine andere Wahl. Würde ich aussehen, wie eine Asiatin, wäre die Situation andes. Doch sieh mich an, es ist als ob ich mich auf einem sibernen Tablett serviere. Das Risiko, mag es noch so niedrig sein, kann ich nicht eingehen." So verabschiedete ich mich bereits, während die anderen erst am Einsingen waren.

Auf dem Heimweg existierte in meinem Kopf nur eine Frage: habe ich die richtige Entscheidung getroffen?! Hätte ich das Risiko nicht eingehen sollen?! Ein halbes Jahr Proben, jede Woche Prüfungen - alles umsonst?! Um meine Stimmung noch zu unterstreichen regnete es draußen in Strömen. Hm, ist also nicht nur so ne Hollywood-Masche. Durch meine Kopfhörer höre ich Christina Aguilera singen "trust the voice within....". Alles einfach ein bisschen zu viel... Erst mal schlafen....

Nun saß ich da - am Freitag abend - im Publikum, nachdem ich zwei Tage durchgeschlafen und den dritten Tag im Bett verbracht hatte, und sang leise die Lieder mit. Für mich persönlich habe ich beschlossen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Das halbe Jahr war nicht umsonst, denn schließlich hatte ich viele neue Leute kennengelernt und es war super toll in so einem solchen erstklassigem Chor zu singen. Doch wärend ich mir den Auftritt ansah, dachte ich mir nur: "für einen Künstler ist die Bühne doch die schönste Belohnung". Nun daran muss ich wohl noch arbeiten - mich mit dem zufrieden zu geben, was ich habe und nicht immer mehr haben zu wollen. Und wirklich, was ich in diesem halben Jahr an Erfahrung erworben habe ist nicht wenig.

Nach dem Konzert gabs noch eine after-Party, wo ich nochmal sehr viel Spaß hatte!
An den Chor auf jeden Fall ein riesen großes Dankeschön für diese tolle Zeit!

Und somit, ist die Akte "Chor" geschlossen.


ich und Jessica - die zwei Ausländer im Chor nach dem Konzert

Donnerstag, 22. Januar 2009

The tones drive me crazy!!

Die chinesische Sprache ist an sich eigentlich gar nicht so schwer - währen da nicht die Schriftzeichen und die Töne!

Nun gut, durch meinen japanischen Background habe ich keine Probleme mit den Schriftzeichen. Doch die Töne, die Töne.... machen mich verrückt!!

Es gibt insgesamt 5 Töne im Chinesischen:

[mā] langgezogener Ton auf einer Tonhöhe
[má] Stimme geht von unten nach oben; vergleichbar mit der Stimme am Ende einer Frage
[mă] man geht von oben nach unten und wieder hoch
[mà] Stimme geht energisch und kurz gehackt von oben nach unten
[må] unbetont

Und jeder dieser fünf Varianten hat eine andere Bedeutung

[mā] - bedeutet "Mutter"
[má] - bedeutet "empfindungslos, betäubt, betäuben, Hanf, beschäftigen, ärgern"
[mă] - ist das "Pferd"
[mà] - bedeutet "beschimpfen, verleumden, blamieren"
[må] - ist ein Fragepartike



also wenn man z.B. jemanden nach seiner Telefonnummer fragt sagt man:

nǐ dė diàn huà hào mă?
你的 ?

doch wählt man die falschen Töne und sagt z.B. folgendes:

nǐ dė diàn huà hăo må?
你的 ?

so bedeutet das "Wie geht es deinem Telefon?"

D.h. mit jedem neuen Zeichen, das man lernt, muss man gleichzeitig auch seinen richtigen Ton mitlernen. Das Problem ist, dass das Gehirn auch wieder vergisst.... zumindest meins vergisst ganz schön viel.

Wenn man die Töne jedoch nicht drauf hat, dann verstehen die Taiwanesen kein Wort! Ganz schön verflixt das Ganze.... Nur gut, dass ich kein Taiwanesisch lerne. Dort gibt es insgesamt 8 Töne! Da kann ich nur beherzt sagen: No thanks!!

Der Prinz auf dem Schimmel

Jeder Mensch hat so seine persönliche "Kriterienliste", wie ihr/sein Partner sein sollte. Fragt man z.B. in Deutschland, wie ein Mann sein muss, um als Freund in Frage zu kommen, so bekommt man wohl häuftig folgende Antworten:

- gutaussehend
- witzig
- größer als ich
- sportlich
- klug
etc. pp.

Nun, haben taiwanesische Frauen die selben Kriterien?!

So saß ich letztens mit meinen taiwanesischen Mitbewohnerinnen beim Essen und wir unterhielten uns über eine der Weihnachtsfeiern bei uns zu Hause. Irgendwie kamen wir auf einen der männlichen Sprachpartner von Jens zu sprechen.
Chih-Wei fragte: "war das der, der das leckere Essen mitgebracht hat?"
Ich: "ja genau der"
Jasmin: "der wäre ein toller Freund"
Chih-Wei: "ein perfekter Freund"
Ich: "hä?! wieso das denn?!"
Jasmin: "naja, er hat einen guten Geschmack"
Ich: "aber nur was das Essen anbelangt"
Chih-Wei: "das ist doch das Wichtigste"
Jasmin: "wenn er dich ausführt, kannst du sicher sein, dass er immer ein gutes Restaurant aussuchen wird"
Chih-Wei: "d.h. ein Leben lang gutes Essen"
Ich: (:: ̄ェ ̄) ~ ......

Da zeigt sich mal wieder wie wichtig (gutes) Essen für die Taiwanesen ist. [wenn man sich taiwanesische Reiseführer anguckt, findet man ausschließlich Informationen, wo es was zu essen gibt; Infos zu Sehenswürdigkeiten sucht man meist vergeblich] Zumindest habe ich in Deutschland noch nie gehört, dass jemand seinen Freund nach seinem kulinarischem Geschmack ausgewählt hätte. Aber wenn ich so drüber nachdenke - ein Leben lang gutes Essen ist schon nicht übel...

Ina Will's Wissen (I) - Kassenzettel

Ab heute startet meine neue Serie "Ina Will's Wissen". Hier werde ich in unregelmäßigen Abständen über Themen schreiben, die für mich zunächst unerklärlich waren, aber die ich nach einiger Recherche doch recht interessant fand. Das heutige Thema: Kassenzettel in Taiwan

Auch in Taiwan bekommt man beim Einkaufen immer einen Kassenzettel.

Doch wenn man diesen Kassenzettel nicht annimmt, oder sogar wegschmeißt, gibt es mit Sicherheit schiefe Blicke - also schön mitnehmen und zu Hause sammeln!

Aber wozu?! Gibt es in Taiwan etwa ein Wettbewerb "Taiwan such das schönste Haushaltsbuch"?!

Nein. Des Rätsels Lösung befindet sich im oberen Teil des Kassenzettels:

Wie ihr in diesem Bild sehen könnt befindet sich in einem roten Kreis eine Zahlenfolge. Und einer dieser Zahlenkombinationen ist Millionen wert. Genau - ein Kassenzettel ist in Taiwan gleichzeitig ein Lotterieschein.

Also nachmal zum Mitschreiben: Man kauft sich für 10c einen Kaugummi. Bekommt dafür einen Kassenzettel, den man aufhebt. Alle zwei Monate wird eine Nummer gezogen, die man im Internet nachschlagen kann. Und mit Glück ist man Millionär! Wie toll ist das denn?!

Doch eine Sache ist doch sehr seltsam. Wer finanziert denn bitte das Ganze?! Wer stellt das Geld zur Verfügung?

Zunächst dachte ich, vielleicht geht pro Einkauf immer ein Cent in den großen Topf. Doch welcher Laden würde sich einem solchen System anschließen? Ein Cent pro Einkauf ist in der Summe riesig. Und da alle Geschäfte diese Kassenzettel ausgeben, hat es auch keinen Kunden-Anlock-Effekt. Also wer in aller Welt hat ein Interesse daran alle zwei Monate über eine Million zu verschenken?!

Es gibt nur einen, für den es einen Vorteil bringt:

Der Staat.

Und zwar stellt der Staat somit sicher, dass bei jedem Einkauf ein (registrierter) Kassenzettel gedruckt wird. Schließlich will der Käufer ja Geld gewinnen. Also wird er bald nur noch dort einkaufen, wo es solche Zettelchen gibt. Als Ergebnis unterbindet der Staat somit den Schwarzhandel. Alle paar Monate ein paar Millönchen und ruck zuck ist der Schwarzmarkt weg! Genial!

Was mich anbelangt - ich bin für dieses System einfach nicht geeignet. Innerhalb von zwei Monaten sammeln sich schließlich einige Hundert dieser Papierstreifen, die in meinem Falle nur chaotisch im Zimmer rumfliegen. Also nehme ich entweder die schiefen Blicke in Kauf oder verschenke einfach meine Zettel an Freunde. In vielen Läden kann man die Zettelchen auch spenden. Was meine Freunde anbelangt, hat noch keiner ne Million gewonnen, doch immerhin 4-6 Euro kommt schon vor. Also, für die Sammler unter euch: HAVE FUN & GET RICH!

Mittwoch, 21. Januar 2009

Das Monster und die Chunlian - 春聯

Nächste Woche ist Chinesisch Neujahr. Dafür müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Schließlich will man in einem frischen und sauberen Zustand das neue Jahr beginnen.

Was den sichtbaren Dreck anbelangt, wird dieser beim Neujahrsputz entfernt.

Doch was tun mit dem unsichtbaren Dreck? Wie hält man bitte all die bösen Geister von seinem Haus fern?

Und hört hört, es gibt eine Lösung. Laßt mich euch heute in die Geheimnisse der Geisterbekämpfung einführen... Dazu diese kurze Geschichte:

Es war einmal ein kleines Dorf am Meer. Im Meer schlummerte ein Monster, das jedes Jahr zur Silvesternacht erwachte. Hungrig von dem einjährigen Schlaf ging das Monster ins Dorf um einige Einwohner des Dorfes zu verspeisen. Um nicht auf der Speisekarte des Monsters zu landen flüchteten die Dorfbewohner bereits einige Tage vor Silvester in die nahe gelegenen Berge, denn sie wussten, das Monster würde ihnen nicht bis dahin folgen.

Eines Tages war es wieder soweit. Die Einwohner packten ihre Sache und machten sich auf den Weg in die Berge. Doch die Dorfälteste war bereits fast erblindet und ihre Beine waren schwach. So sagte sie zu ihren Söhnen "geht ohne mich voraus, ich komme langsam nach". Insgeheim hatte sie jedoch schon beschlossen, dass sie das Dorf nicht verlassen wird. So blieb sie ganz alleine zurück.

Es wurde langsam dunkel und die alte Frau wusste, das Monster würde bald kommen. Da klopfte es an ihrer Tür. "Wer ist da?" fragte sie. Und eine alte Männerstimme antwortete "Ich bin ein Reisender und suche eine Bleibe für die Nacht". Die alte Frau öffnete die Tür und fand einen alten Mann vor sich stehen. Sie fragte überrascht: "na, weißt du denn nicht, dass heute abend das Monster kommt?! Falls du die Nacht überleben willst, geh in die Berge - dort ist es sicher". Der alte Mann antwortete jedoch: "ach das Monster. Das fürchte ich nicht. Ich habe solch einen riesen Hunger, bitte mach mir doch was zu essen". Die Dorfälteste dachte sich nur: "nun gut, dem kann man auch nicht mehr helfen" und meinte "meine Söhne haben fast alles Essbare mitgenommen. Ich habe nur noch einige wenige Reste übrig." Der alte Mann meinte nur: "wunderbar! Dann machen wir aus den Resten gefüllte Teigtaschen - das wird uns beide satt machen. Doch bevor du anfängst zu kochen, bring mir bitte alle roten Sachen, die du hier im Haus hast, die werde ich draußen vor die Tür hängen". Die Dorfälteste wunderte sich zwar über den Sinn des ganzen Aufwandes, doch tat sie, was der alte Mann von ihr verlangte. Danach machte sie sich daran, die Reste kleinzuhacken. "Tack, tack, tack, tack, tack..." was für eine Arbeit!! Und das wo sie doch ihren letzten Abend auf Erden in Ruhe genießen wollte!! Draußen war es bereits stockdunkel und man hörte nur das Echo vom Hackmesser "tack, tack, tack, tack, tack...".

Da erwachte das Monster und kroch aus dem Meer empor. Hungrig im Dorf angekommen fand es jedoch niemanden, den es verspeisen konnte. Hungrig ging es von einem Haus zum anderen, doch alle Häuser waren leer. Da hörte es auf einmal ein ungewohntes Geräusch "tack, tack, tack, tack, tack....". "Hm?! Was ist das für ein Lärm?" dachte sich das Monster "müssten doch eigentlich alle schon längst schlafen?!" So ging es in die Richtung aus der das Geräusch kam. Und das Geräusch wurde immer lauter und lauter. Für das Monster, das die Todesstille des Meeres gewohnt war, war dieser Lärm kaum erträglich. Doch der Hunger trieb es weiter. Am Haus der Dorfältesten angekommen traf es jedoch der nächste Schock. Was war das für ein grelles Rot an der Haustür?! Für das Monster stach die Farbe derart hervor, dass ihm die Augen schmerzten. "Was ist das für ein verflixtes Dorf?! Erst machen sie mich taub und dann auch noch blind!! Ich hab genug! Ich geh wieder nach Hause!". So ging das Monster zurück ins Meer, ohne einen Happen gegessen zu haben. Derweil saßen die Dorfälteste und der alte Mann am Feuer und ließen sich die Teigtaschen schmecken. Am nächsten Morgen wurde die alte Frau von ihren zurückgekehrten und äußerst erstauten Söhnen geweckt "wie kommt es, dass du noch lebst?! Wie konntest du dem Monster entkommen?!". Der alte Mann sagte nur "das Monster hasst laute Geräusche und kann auch keine rote Farbe ausstehen, so einfach ist das ganze".

Seit diesem Tag hängt man vor Neujahr rote Papierstreifen mit Neujahrswünschen (in schwarzer oder goldener Schrift) an die Haustür (sogenannte Chunlian) und zündet an Silvester rote Feuerkracher an. Außerdem ist es Brauch, am Silvesterabend gefüllte Teigtaschen zu essen. So einfach ist das! ;-)



ich beim schreiben der Chunlian; mein erster Versuch mit dem Pinsel zu schreiben. Gar nicht so einfach...


Feuerkracher - zündet man unten an - und ab geht die Post!!



Hier meine Kreationen: "Frühling" kopfüber geklebt (Grund dafür ist ein chinesisches Wortspiel) (oben); "möge alles reibungslos verlaufen" (unten)


unsere Haustür

Sonntag, 18. Januar 2009

Noch so ein Beitrag zum Erlernen einer Sprache

TOP - der zweite Versuch.

Hab euch ja Anfang November erzählt, dass ich den Language Proficiency Test versucht hab. Was ich nicht erzählt hatte - den Versuch hab ich nicht bestanden....*heul*

Von insgesamt 4 Stufen habe ich die zweit unterste Stufe versucht. Der Test besteht aus drei Teilen. 1. Teil - Hörverstehen, 2. Teil - Grammatik, 3. Teil - Leseverständnis. Den 3. Teil hab ich mit recht guter Note bestanden, 1 und 2 nicht. Nun gut - halb so schlimm. Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja grad mal 3 Monate Chinesisch gelernt und all das was im Test dran kam, hatte ich schlichtweg noch nicht gelernt.

Nun gestern hab ich dieselbe Stufe nochmals versucht. Hmmmm... sehr viel besser als beim ersten Mal. V.a. beim Hörverständnis hatte ich das Gefühl, dass die Sprechstimme viel langsamer spricht als beim ersten Mal. Ein gutes Zeichen, dass mein Hörverständnis nun sehr viel besser ist. Auch der Grammatikteil war sehr viel verständlicher.

DOCH - nach nun insgesamt fast 5 Monaten Chinesischkurs in Taiwan bin ich immer noch nicht so weit, dass ich alles 100%ig gewusst hätte. *seufz!* Eine Sprache zu lernen ist wirklich gar nicht so einfach. Da denkt man: "wow! Hab schon so viel dazugelernt!" und eigentlich ist man immernoch ganz am Anfang. Meine Lehererin hat mir auch gesagt, dass wenn man in Taiwan Chinesisch lernt, die ersten 1 1/2 bis 2 Jahre relativ einfach sind. Der schwierige Teil fängt erst danach an, wenn man sich mit der geschriebenen Sprache auseinandersetzt (d.h. klassische Literatur, Zeitung, etc.).

Da frag ich mich wirklich, ob mein Chinesisch wohl jemals so gut werden wird, wie mein Englisch?! Wer weiß *schulterzuck*. Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als einfach stur weiterzulernen....

Endlich Ferien - juhuuu!!!!....?!?!....*#+%$!

Zwecks Chinesisch Neujahr haben wir ganze zwei Wochen Ferien. Wie kann es da sein, dass ich so gar nicht in Ferienstimmung bin?! Ja, gerade zu vor Erschöpfung fast zusammenbreche?!

Ich sage nur: Chorproben....

Nächste Woche Freitag haben wir Chorkonzert. Dafür muss geprobt werden. Und zwar eine ganze Woche lang - fast jeden Tag mindestens acht Stunden. Letzten Freitag abend bereits vier Stunden. Heute, morgen, übermorgen und am Donnerstag jeweils von 10 bis 17 Uhr, natürlich open end. Es wird getanzt, gesungen, gesungen und getanzt. Und dabei immer schön lächeln~

Überhaupt hat sich der "super-tolle" Chor recht bald als eine Art "Military-Club" entpuppt. Jede Woche muss man zum Vorsingen antanzen. Dabei muss jeder a-capella (d.h. ohne Klavierbegleitung) 2-3 Stücke auswendig vortragen. Insgesamt haben wir an die 30 Stücke. Englisch, Chinesisch, Taiwanesisch, Hakka (eine taiwanesische Ureinwohnersprache), Japanisch (wobei ein Dialekt, bei dem ich 0,00% verstehe) - alles vorhanden. Dann natürlich zweimal die Woche jeweils 4 Stunden Probe. Und während dieser zusätzlichen Probewoche ist Pünktlichkeit von äußerster Wichtigkeit. Für jede Minute, die man zu spät kommt, zahlt man 5NT$ (ca. 10 c) und für jede Stunde, die man zu spät kommt 500 NT$.

Und dann ist da noch die Chorleiterin. Eine hervorragende Musikerin, die wirklich ihr Fach versteht. Ich bewundere ihren Interpretationsstil und v.a. auch wie sie dirigiert. Man muss sie nur ansehen und es singt sich von selbst. Wirklich ein tolles Gefühl! Doch leider leider ist sie aus meiner Sicht menschlich eine reine Katastrophe. In ihrer energiegeladenen Art prasselt es meistens die ganze Probe hindurch an Kritik - und das nicht gerade auf einem professionellen Level. Die meisten Chormitglieder empfinden gegenüber ihr einfach nur - FURCHT - . Wie in die Enge getriebene Karnickel sitzen sie dann zitternd vor ihr da, während sie wieder mal einen ihrer Wutausbrüche hat. Ab und an gibts auch paar Tränen.

Das interessante daran jedoch ist, die meisten Mitglieder finden derartige Lehrmethoden nicht nur absolut super, sie versuchen darüberhinaus auch mit allen möglichen Mitteln, die Gunst der Chorleiterin zu ergattern. Suchen stets ihre Aufmerksamkeit und überhäufen sie mit extremst offensichtlichen "Schleim"-Attacken, dass ich da nur leise den Kopf schütteln kann. Ist es das, was man "Hass-Liebe" nennt?

Für mich ist das alles ein bisschen zu übertrieben. So werde ich mir nach diesem Konzert auch eine neue Freizeitaktivität suchen. Der Chor war eine super Erfahrung und ich habe wirklich nette Leute kennengelernt. Doch genug ist genug! Abschied nehmen zu können ist auch eine Tugend. Nun, bis dahin werde ich jedoch den letzten "military-Drill" noch in vollen Zügen genießen!

Donnerstag, 8. Januar 2009

Zimtapfel - Shijia 釋迦

Meine fruchtige Entdeckung in Taiwan ist der Zimtapfel. Auf Chinesisch nennt man ihn Shijia (釋迦) - übesetzt: Buddah's Kopf. Denn die Strucktur des Zimtapfels ähnelt dem geflochtenen Haar Buddah's. Und ich muss sagen - es sieht gar nicht appetitlich aus. Zunächst wusste ich auch gar nicht, wie man diese Frucht isst.



Der größte Fehler wäre es, die Frucht gleich nach dem Kauf zu verspeisen. Denn Zimtäpfel werden immer noch im harten Zustand verkauft. In diesem Stadium (siehe Bild) sind sie ungenießbar.



Man muss sich also meistens 2 bis 3 Tage gedulden, bis die Frucht ganz weich wird und sich schon fast von selbst öffnet. Dann kann man mit den Fingern die Frucht in kleine Stücke zerteilen oder einfach mit einem Löffel das Fruchtfleisch herauslöffeln.



Die etwa 1 bis 2 cm großen schwarzen Kerne sollte man ausspucken, denn sie sollen giftig sein. Doch das Fruchtfleisch ist saftig und süß, fast wie eine Mango, jedoch ohne das faserige Gefühl. Sehr lecker!! In Deutschland habe ich die Frucht noch nie gesehen, doch wenn sich euch mal die Gelegenheit anbieten sollte - auf jeden Fall probieren!!

Tapioka-Milktea

Wenn man nach Taiwan kommt, dann kommt man an einem Getränk nicht vorbei: Tapioka-Milktea. Unter der englischsprachigen Bevölkerungsgruppe als "bubble-tea" bekannt, muss man folgenden Namen unbedingt beherrschen, wenn man auch in den Genuß dieses wunderbaren Getränkes kommen möchte: Zhenzhu-Naicha (珍珠奶茶 [übersetzt: Perlen-Milchtee]).

Jeder trinkt es - jeder liebt es!



Dieses äußerst dubiose Getränk ist ein Phänomen. Schon das äußere Erscheinungsbild ist nicht sehr attraktiv. In einer braun-milchigen Flüssigkeit sind viele kleine schwarze Kügelchen versenkt, die, wenn man sie aus der Flüssigkeit herausnimmt, eine äußerst starke Ähnlichkeit mit Froscheiern aufweisen. Auch die glibberige Konsistenz erinnert an das, was man sonst nur in entlegenen Teichen vorfindet. Man versicherte mir jedoch, dass Tapioka eine Pflanzenart sei.

Mit Hilfe eines dicken Strohhalmes saugt man dann mit jedem Schluck einige dieser "Tapiokas" mit der Flüssigkeit auf und genießt daraufhin das herrlich glibberige und gummibärchenartige Gefühl im Mund.

Trotz dieser äußerst ekligen, aber dennoch wahrheitsgetreuen Beschreibung, steht dieser Michtee fast bei jedem Ausländer auf der Top 10 - Liste der Dinge, die man bei der Ausreise aus Taiwan mit nach Hause nehmen möchte.

Wo bekommt man also dieses fabelhafte Getränk? Ganz einfach! In jeder Straße hier in Taipei befindet sich MINDESTENS ein Getränkeladen, welches vom äußeren Erscheinungsbild einem Fastfood-Restaurant ähnelt.




Dort kann man sich unter zig verschiedenen Tee-, Milchtee-, Fruchtsaft-, und anderen Getränkearten eben auch für Zhenzhu-Naicha entscheiden. Heiß oder kalt? Falls kalt - mit oder ohne Eiswürfel? Tüte oder keine Tüte? Eben der Fragenkatalog, den man auch von unseren Fastfood-Restaurants gewohnt ist. Ungewöhnlich ist aber, dass man in jedem Laden auch wählen kann, wieviel Zucker man in sein Getränk haben möchte. Ganze, 3/4tel, halbe oder 1/4tel Portion? Wie mans eben mag. Was total toll ist, ist dass die Plastikbecher mit einer dünnen Plastikfolie zugeschweißt werden. So kann man das Getränk in allen Lagen transportieren, ohne befürchten zu müssen, dass etwas ausläuft - zumindest, bis man anfängt zu trinken. Sehr praktisch!!

Hm... während ich so schreibe, hab ich richtig Lust drauf bekommen. Bin dann mal weg, zum nächsten Teeladen... ciao!!

Jiangmuya - 薑母鴨

Was ist bitteschön Jiangmuya?!

Das wusste ich bis vor paar Tagen auch nicht. Bis uns meine Lehrerin am Montag zum Jiangmuya-Essen mitnahm.

Wir landeten in einem Laden, in den ich mich alleine nie hereingetraut hätte - klein, schmuddelig, entfederte Enten hingen am Eingang, aus europäischer Sicht hätte das Veterenäramt den Laden längst geschlossen. Aber ich muss sagen, hier in Taiwan sind gerade diese Läden die leckersten! Sozusagen versteckte Juwele, die man nur findet, wenn man sich mit Einheimischen verbündet.

So setzte ich mich mit einigen meiner Mitstudenten und meiner Lehrerin auf Kinderhocker an einen niedrigen runden Tisch mit einen Loch in der Mitte. Dort wurde ein Eimer mit heißer Kohle hineingestellt.


Nun war es die Aufgabe meiner Lehrerin auf der Menükarte das richtige anzukreuzen. Man konnte neben allen möglichen Gemüse-, Tofu- und Pilzarten v.a. alle möglichen Körperpartien einer Ente bestellen. Wir entschieden uns für Entenherzen.


Dann wurde auf die Kohle ein Topf mit Entenbrühe gestellt und wir kochten unsere bestellten Zutaten in dieser leckeren Brühe. Es schmeckte einfach fabelhaft!! Ich hab noch nie Entenherzen gegessen, aber die sind echt lecker! Und es macht vor allem auch Spaß mit allen zusammen aus einem Topf zu essen.



Wir haben so die Bäuche voll geschlagen, dass wir uns kaum mehr bewegen konnten!! Und das für gerade mal für etwa 6 Euro / Person.


Aber für die Winterzeit ist dies das perfekte Essen. In der Brühe sind Gewürze wie u.a. Ingwer enthalten, die den Kreislauf so richtig in Schwung bringen. Man fängt schon während des Essens an zu schwitzen und noch Stunden nach dem Essen ist einem wohlig warm. Und die Verdauung wird auch angekurbelt, denn obwohl wir alle am Abend derart vollgefressen waren, dass ich dachte ich bräuchte die nächsten 3 Tage nichts mehr essen, hatten wir alle am nächsten morgen einen derartigen Kohldampf, dass jeder von uns die doppelte Portion Frühstück verdrückte.

Frau Luo (meine Lehrerin) erzählte mir auch, dass der Laden nur von Anfang November bis Ende Februar geöffnet hat. Im Sommer verkauft sich dieses Essen einfach nicht. Doch ist der Laden innerhalb der Taiwanesen so populär, dass der Chef die restlichen 8 Monate gut von den Einnahmen leben kann. Tatsächlich war der Laden rappel voll. Und ich denke, dass ich auch bald mal wieder vorbeischauen werde...

Mittwoch, 7. Januar 2009

Meine Klasse im Winterquartal



Das Winterquartal läuft ja immerhin schon über einen Monat, doch haben wir es nie geschafft, ein Klassenfoto zu schießen - bis jetzt!

Ich präsentiere: meine winzige Klasse in meinem 2. Quartal!

Den Engländer Ai-Dehua (bzw. Ed) kennt ihr ja schon. Neu dazugekommen ist Fati aus der Türkei. Aber eigentlich ist er mehr Koreaner als Türke, denn er hat die letzten fünf Jahre in Korea verbracht und spricht dementsprechend auch fließend Koreanisch. Die kleine Frau vor mir ist meine Lehrerin Frau Luo.

Grundsätzlich bestehen hier die Klassen aus maximal 6 Schülern. Und die anderen Klassen sind auch alle voll besetzt. Doch irgendwie verfolgt mich das Glück ja überall hin. Also bin ich in der einzigen unterbesetzten Klasse gelandet. Dazu kommt, dass Fati etwa 2/3 tel des Unterrichts nicht anwesend ist und Ed zur Zeit auch immer erst zur 2. Stunde kommt. So genieße ich fast jeden Tag meine Einzelstunde mit Frau Luo. Das nenne ich Luxus!!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Frohes Neues Jahr 2009!!

Ich wünsche euch allen ein

FROHES NEUES JAHR 2009!!

Das ist nun mein zweiter Rutsch im Ausland. Das erste Mal war 1999/2000, da war ich grad für ein Jahr in den USA. Damals war ich 16!! Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.... Im Jahr 2008 ist in meinem Leben viel passiert. Erst mein 1. juristisches Staatsexamen und dann fing mein Leben hier in Taiwan an.

Und? Wie habt ihr Silvester verbracht?! Gestern früh hatte ich erst einmal Midterm-test. Hm... muss sagen, wird immer schwieriger.... nach 2 Stunden vollster Konzentration, war ich von meinen Verpflichtungen für das Jahr 2008 befreit!! *juhu!!* Auf gings zum Silvester-Kuchen-Shoppen und dann nach Hause zum Mittagsschläfchen. ;-) Schließlich hatte ich noch einen langen Abend vor mir.

Um ca. 20 Uhr traf ich mich dann mit meiner Freundin Miho und ihrem Freund, der extra aus Japan eingeflogen war, zum Silvester-Essen. Das Problem war nur, dass wir nichts reserviert hatten und natürlich hatte ganz Taipei dieselbe Idee wie wir. Nach langem Suchen haben wir dann trotzdem noch ein schönes "Hot-Pot-Restaurant" gefunden.
Nachdem wir uns für den Abend gestärkt hatten, ging es dann mit der U-Bahn Richtung Taipei 101 (s. Foto oben). Jedes Jahr gibt es nämlich an diesem (noch) höchsten Gebäude der Welt ein riesen Feuerwerk. Das will sich natürlich ganz Taipei angucken. Doch wir hatten Glück. Neben dem Feuerwerk wird unter dem 101 nämlich auch ab ca. 19 Uhr ein riesen Konzert veranstaltet, wo alle berühmten taiwanesischen Stars auftreten. Die meisten Leute waren also schon laaaaange vor uns am Ort, so dass wir um ca. 22 Uhr eine relativ gediegene Hinfahrt genießen konnten.

Außerdem waren wir natürlich nicht so dumm und wollten uns das Feuerwerk von unten auf der Straße anschauen. Da hätten wir uns wahrscheinlich schon am frühen Nachmittag (im strömenden Regen) einen guten Platz reservieren müssen. Nein, nein!! Wozu hat man denn Freunde?! So fuhren wir zur Wohnung von Becky und Mike, die gleich neben dem Taipei 101 wohnen.

Nachdem wir in Becky's Luxuswohnung in Ruhe den von mir mitgebrachten Neujahrskuchen verschnabbuliert hatten, stiegen wir um halb 12 aufs Dach des 14 stockwerk hohen Hochhauses - und siehe da - Taipei 101 direkt vor unserer Nase!! Es regnete auch nicht mehr. Vom Dach aus konnte man sehen, wie alle Einwohner Taipeis in eine Richtung pilgerten. Man kam sich vor wie in einem Horrorfilm. Die Aliens haben die Einwohner manipuliert und alle laufen nun blind ins Verderben.... oder so ähnlich. V.a. ca. 10 min. vor dem Countdown fingen dann alle an, wie verrückt loszurennen. Als ob Gozilla hinter ihnen her wäre, hahaha.

Während "die da unten" sich um die besten Plätze prügelten, tranken "wir da oben" in Ruhe unseren Sekt und genossen das Riesenfeuerwerk 101's einerseits, und den Rundumblick auf Taipei mit diversen anderen Feuerwerken, andererseits. Entschuldigt meinen Snobismus, aber es war einfach zu herrlich.


Wenn ihr wollt, könnt ihr euch das Feuerwerk hier angucken (im 2. Video Menschenmassen):





Nun gut - aber auch wir "von da oben" müssen irgendwann mal wieder runter. Wie nun nach Hause kommen?! U-Bahnen überfüllt, Busse überfüllt, Straßen überfüllt. Also blieb einem nur die Option "zu Fuß" übrig. Und nachdem wir uns dann über eine Stunde durch Menschenmassen nach Hause gekäpft hat, war jegliche Art von Snobismus auch wieder längst verflogen....

Wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt, war ich heute Morgen auch gleich beim Neujahrs-joggen. Kein schlechter Start ins neue Jahr!

Nun, was ist meine Planung für das Jahr 2009? Zunächst habe ich ja noch ganze 8 Monate Taiwan vor mir. Also oberste Priorität ist mein Chinesisch auf ein super Level zu bekommen. Dann fängt dieses Jahr auch schon mein juristisches Referendariat an. *puh* was war Jura nochmal?! Ich sollte wirklich anfangen, auch dafür ein bisschen was vorzubereiten. Viel mehr habe ich noch gar nicht geplant, außer weiterhin gesund zu bleiben, vielleicht ein bisschen abzunehmen, viel zu erleben und einfach weiterhin das Leben in vollen Zügen zu genießen!

Genug der Rede - das Jahr kann beginnen!!