
Gestern habe ich es endlich mal geschaft, das Nationalpalstmuseum aufzusuchen. Laut meinem Reiseführer hat dieses Musem in Asien den selben Stellenwert wie der Louvre in Paris für Europa. Der Grund dafür ist: hier horten die bedeutensten 700.000 Kostbarkeiten der gesamten chinesischen Geschichte. Aber warum befinden sich die chinesischen Schätze in Taiwan?!
Dazu muss ich ein bisschen ausholen. In der Sung-Dynastie (960-1279 n.Chr.) begannen die damaligen Kaiser in China gezielt Kulturgegenstände am Kaiserhof zu sammeln, die für die Nachwelt von Bedeutung sein könnten. Die kaiserlichen Beamten hatten alle den Auftrag alle möglichen Kostbarkeiten an den Hof zu schicken. Diese Tradition wurde bis 1911 fortgeführt. So entwickelte sich allmählich die kaiserliche Schatzkammer in der verbotenen Stadt in Peking, die kaum je ein Sterblicher zu sehen bekam.
Als 1911 der letzte Kaiser von China gestürzt wurde, wurden die Kostbarkeiten in 7000 Holzcontainer gepackt und wurden von einem Ort zum anderen geschickt. Bist 1925 Chiang Kai-Shek an die Macht kam. So hatte er auch die Macht über diese Schätze. Als Chiang dann 1949 von Mao außer Landes vertrieben wurde, nahm Chiang kurzer Hand 6000 Holzcontainer mit nach Taiwan.
Seit 1965 sind die Kostbarkeiten auch für die Allgemeinheit zugänglich. Allerdings werden nur etwa 15.000 Einzelstücke ausgestellt. Alle drei Monate wird die Ausstellung dann komplett ausgewechselt, sodass es rund 12 Jahre dauert, eher der Besucher jeden Gegenstand einmal zu sehen bekommt. Die Stücke, die gerade nicht gezeigt werden lagern im Berg unter dem Musem in endlosen Gängen und vollklimatisierten Lagerhallen.

Und es ist wirklich überwältigend, einen kleinen Streifzug durch 8000 Jahre chinesische Geschichte zu unternehmen! Man kann sich gar nicht vorstellen, wie geschmackvoll die Menschen vor 8000 Jahren schon ihre Gegenstände gestalteten. Viele Gegenstände aus kostbarem Jade. Keramik mit wunderschönen Verzierungen. Bronzeskulpturen, unglaublich filigrane Elfenbeinfiguren (man muss sich einer Lupe bedienen, um jedes Detail erkennen zu können), Möbelstücke der vergangenen Kaiser aus massivem seltenen Holz, Schmuck, Siegel, etc. etc.
Es gab auch einige Kuriositäten. So z.B. dieses Gemüse aus Keramik.
Dies war die Mitgift einer Prinzessin. Muss unglaublich kostbar sein und unglaublich schwer, die Farben so herzstellen. Auf dem oberen Blatt sitzt eine Grille - das Symbol für Gesundheit und Kraft. Darin sieht man den Wunsch der Familie, dass die Prinzessin einen gesunden Thronfolger gebärt.Außerdem dies hier:

ein Stein so geschliffen, dass es aussieht wie ein Stück Fleisch. Bedarf auch einer unglaublich komplizierten Feiltechnik, um dies so hinzubekommen. Wobei ich mich frage, wer will schon ein Stück Fleisch im Schrank liegen haben?! Jaja, ich weiß, Schönheit ist Ansichtssache...
Was mich aber am meisten fasziniert hat, waren die alten Schriftstücke, Tuschegemälde und Landkarten. Wunderschön!! Das tollste fand ich aber, dass man 2000 Jahre alte und ältere Schriftstücke immer noch lesen kann, da sich die Schrift nicht verändert hat. Zwar ist die Grammatik nicht mehr dieselbe, aber trotzdem konnte ich einige Passagen verstehen, die von alten Kaisern handgeschrieben wurden. Was für eine schöne Handschrift die hatten! Wirklich tolle Kalligraphien!


Ich wollte hier ja unbedingt einen Kalligraphiekurs belegen. Doch an meiner Uni würde dieser ca. 180 € pro Monat kosten. Unbezahlbar!! Also hatte ich diesen Wunsch eigentlich schon ad acta gelegt. Doch gestern hat mich die Ausstellung derart begeistert, dass ich gleich danach in den nächsten Buchladen bin und mir für insgesamt 6 Euro zwei Kalligraphiebücher, Stift und spezielles Kalligraphiepapier gekauft hab. Nun werde ich auf eigene Faust zu Hause üben ;-) Was für eine Sparkünstlerin ich doch bin ;-D
Hab gleich mal meinen Namen geübt.
Hier mein Name in normaler Schrift:

Hier mein Name in Schnellschrift:

Ich find, sieht voll genial aus (wenn man mal von der wirklich SCH--- Bildqualität absieht)!!

2 Kommentare:
Ist das dein ganzer Name oder nur Ina? Dafür wärs ziemlich lang.
das ist mein ganzer Name. Das erste Zeichen bedeutet Helm und wird "Höe" ausgesprochen. Und die anderen zwei Zeichen sind dann Yi-Na.
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