Montag, 29. September 2008

Schulfreeeeiiii!!

Morgen, bzw. ist ja schon heute, fällt die Schule wegen Taifun Nr. 17 aus. Jaja, schon wieder ein Taifun. Und dann auch noch so ein starker!! Seit Samstag Nacht regnet es ununterbrochen. Und wenn ich ununterbrochen sage, dann meine ich es auch. Und WIE es regnet!! Als Außenstehender kann man sich das gar nicht vorstellen. Daher hab ich euch mal ein Video in Youtube rausgesucht, wo ihr euch das alles mal angucken könnt, wie das hier abgeht:

http://www.youtube.com/watch?v=Ta_Fz4FhM8o

Dieses Video zeigt den jetztigen Taifun heute früh. D.h. es wird diese Nacht noch heftiger, denn da stößt der Taifun auf Land. Zwar ist das Video auf Chinesisch, aber die Bilder sprechen für sich.

Und wer noch mehr sehen will:

http://www.youtube.com/watch?v=qDRMupNdx68

Und? Nachvollziehbar, warum wir frei bekommen?!


Sonntag, 28. September 2008

Nationalpalastmuseum

















Gestern habe ich es endlich mal geschaft, das Nationalpalstmuseum aufzusuchen. Laut meinem Reiseführer hat dieses Musem in Asien den selben Stellenwert wie der Louvre in Paris für Europa. Der Grund dafür ist: hier horten die bedeutensten 700.000 Kostbarkeiten der gesamten chinesischen Geschichte. Aber warum befinden sich die chinesischen Schätze in Taiwan?!

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. In der Sung-Dynastie (960-1279 n.Chr.) begannen die damaligen Kaiser in China gezielt Kulturgegenstände am Kaiserhof zu sammeln, die für die Nachwelt von Bedeutung sein könnten. Die kaiserlichen Beamten hatten alle den Auftrag alle möglichen Kostbarkeiten an den Hof zu schicken. Diese Tradition wurde bis 1911 fortgeführt. So entwickelte sich allmählich die kaiserliche Schatzkammer in der verbotenen Stadt in Peking, die kaum je ein Sterblicher zu sehen bekam.

Als 1911 der letzte Kaiser von China gestürzt wurde, wurden die Kostbarkeiten in 7000 Holzcontainer gepackt und wurden von einem Ort zum anderen geschickt. Bist 1925 Chiang Kai-Shek an die Macht kam. So hatte er auch die Macht über diese Schätze. Als Chiang dann 1949 von Mao außer Landes vertrieben wurde, nahm Chiang kurzer Hand 6000 Holzcontainer mit nach Taiwan.

Seit 1965 sind die Kostbarkeiten auch für die Allgemeinheit zugänglich. Allerdings werden nur etwa 15.000 Einzelstücke ausgestellt. Alle drei Monate wird die Ausstellung dann komplett ausgewechselt, sodass es rund 12 Jahre dauert, eher der Besucher jeden Gegenstand einmal zu sehen bekommt. Die Stücke, die gerade nicht gezeigt werden lagern im Berg unter dem Musem in endlosen Gängen und vollklimatisierten Lagerhallen.

Und es ist wirklich überwältigend, einen kleinen Streifzug durch 8000 Jahre chinesische Geschichte zu unternehmen! Man kann sich gar nicht vorstellen, wie geschmackvoll die Menschen vor 8000 Jahren schon ihre Gegenstände gestalteten. Viele Gegenstände aus kostbarem Jade. Keramik mit wunderschönen Verzierungen. Bronzeskulpturen, unglaublich filigrane Elfenbeinfiguren (man muss sich einer Lupe bedienen, um jedes Detail erkennen zu können), Möbelstücke der vergangenen Kaiser aus massivem seltenen Holz, Schmuck, Siegel, etc. etc.


Es gab auch einige Kuriositäten. So z.B. dieses Gemüse aus Keramik. Dies war die Mitgift einer Prinzessin. Muss unglaublich kostbar sein und unglaublich schwer, die Farben so herzstellen. Auf dem oberen Blatt sitzt eine Grille - das Symbol für Gesundheit und Kraft. Darin sieht man den Wunsch der Familie, dass die Prinzessin einen gesunden Thronfolger gebärt.




Außerdem dies hier:

ein Stein so geschliffen, dass es aussieht wie ein Stück Fleisch. Bedarf auch einer unglaublich komplizierten Feiltechnik, um dies so hinzubekommen. Wobei ich mich frage, wer will schon ein Stück Fleisch im Schrank liegen haben?! Jaja, ich weiß, Schönheit ist Ansichtssache...






Was mich aber am meisten fasziniert hat, waren die alten Schriftstücke, Tuschegemälde und Landkarten. Wunderschön!! Das tollste fand ich aber, dass man 2000 Jahre alte und ältere Schriftstücke immer noch lesen kann, da sich die Schrift nicht verändert hat. Zwar ist die Grammatik nicht mehr dieselbe, aber trotzdem konnte ich einige Passagen verstehen, die von alten Kaisern handgeschrieben wurden. Was für eine schöne Handschrift die hatten! Wirklich tolle Kalligraphien!

Ich wollte hier ja unbedingt einen Kalligraphiekurs belegen. Doch an meiner Uni würde dieser ca. 180 € pro Monat kosten. Unbezahlbar!! Also hatte ich diesen Wunsch eigentlich schon ad acta gelegt. Doch gestern hat mich die Ausstellung derart begeistert, dass ich gleich danach in den nächsten Buchladen bin und mir für insgesamt 6 Euro zwei Kalligraphiebücher, Stift und spezielles Kalligraphiepapier gekauft hab. Nun werde ich auf eigene Faust zu Hause üben ;-) Was für eine Sparkünstlerin ich doch bin ;-D




Hab gleich mal meinen Namen geübt.
Hier mein Name in normaler Schrift:



Hier mein Name in Schnellschrift:


Ich find, sieht voll genial aus (wenn man mal von der wirklich SCH--- Bildqualität absieht)!!

Samstag, 27. September 2008

Die erste Chorprobe...

verlief total anders als ich mir je erträumt hätte!

Was für ein Chor! Der Wahnsinn! Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn ich bin immer noch total geplättet.

Zunächst einemal: alles total freundliche und liebenswerte Chormitglieder ;-) Ich werde mich hier sehr wohl fühlen! Und zum Chinesischlernen ist es glaube ich ein ein idealer Ort, denn die Leute sind nicht hier um ihr Englisch zu verbessern. Daher reden sie vorwiegend auch Chinesisch mit mir.

Als ich gestern im Chorsaal ankam bekam ich erstmal ein Plastikschild mit meinem Namen und Stimmlage um den Hals gehängt. Für alle Mitglieder hatten die extra solche Schilder machen lassen! Dann wurden mir zwei Notenhefte in die Hand gedrückt. Schöne gedruckte Noten, fest gebunden und im Lackumschlag. "Nanu?" dachte ich mir, "gibts die Noten etwa im Buchladen zu kaufen?!" Nach genauerem Hinsehen, die große Überraschung: das waren die Stücke, die die Chorleiterin für das Wintersemester ausgewählt hatte. Extra in Druck gebracht nur für diesen Chor - nur für dieses Semester.

Dann fing die Probe an. Zunächst bildeten wir unter Anleitung eines (wahrscheinlich Musik-) Studenten eine lange Schlange und man musste den Vordermann massieren. Hmmm... nicht schlecht, nicht schlecht ;-) Dann fing das Aufwärmen an. Haha! Und was für Aufwärmübungen! Nicht normale Tonleitern und gebrochene Akkorde rauf und runter. Nö. Atonale, wirklich nicht einfache, auch rythmisch komplizierte Figuren. Aber für die Leute dort war das offensichtlich überhaupt kein Problem. Nach etwa 20 Minuten kam dann endlich die Chorleiterin und die Korepetitorin (Klavierbegleiterin).

Was für eine Frau!! Klein, zierlich. Aber sehr markant und willensstark im Gesicht. Man sieht gleich, Diese Frau weiß was sie will! Sehr laute und kraftvolle Stimme (sehr angenehm für mich, denn so verstehe wirklich viel von dem was sie sagt). Und eine Energie ~ wie eine Dampflock! Wenn der mal was nicht gefällt, dann möchte ich nicht diejenige sein, die sie anfaucht... was anscheinend öfters vorkommen soll.

Das hat mir Jazz erzählt. Die einzige weitere Ausländerin im Chor. Amerikanerin, 23 Jahre alt. Macht hier ihren Master in Altchinesisch. Es ist jetzt schon ihr drittes Jahr in China und im Chor, d.h. ihr Chinesisch ist superb! Die anderen Mitglieder haben mir schon zugeflüstert, dass Jazz's Chinesisch besser ist, als Ihres. Das liegt wohl daran, dass sich Jazz gut im Altchinesisch ist. Auf jeden Fall haben sie mich natürlich gleich neben Jazz gesetzt - was auch gut war, so konnte sie mir immer wieder die Übersetzung von dem, was die Chorleiterin in den Raum geschrien hat ins Ohr flüstern. Wirklich super nettes Mädel.

Übrigens hatte ich Glück, dass ich überhaupt einen Sitzplatz bekommen hab. Wir saßen auf billigen Plastikhockern. Doch gab es nicht genügend. So mussten die, die Pech hatten, 3 Stunden im Stehen singen.

Nun zur eigentlichen Probe. Wohlgemerkt, das war unsere aller erste Probe. Die Chorleitern kündigte das Stück an, welches "geprobt" werden sollte. (Auszüge aus Johann Strauß's Fledermaus - für die, die's interessiert) Dann gab sie den Takt an, 1 - 2 - 3 - UND LOS GINGS! Als das Klavier einsetzte dachte ich, ich fall vom Hocker! Gleich Originaltempo?!?!?! So war's. Im Originaltempo alle Stimmen einmal von vorne bis hinten durch. Ich muss es nochmal dazusagen: alle haben vom Blatt gesungen! Und das wirklich nahezu perfekt. In Deutschland hätte ich gesagt, okay! wir können morgen auftreten! Was für ein Niveau!! Wahnsinn!! Ich war wirklich schon in einigen Chören, aber nicht mal der Kammerchor der Musikhochschule kann da mithalten.

Nach diesem ersten Durchgang pickte die Chorleiterin dann einige schwere Stellen heraus. Diese wurden dann 2 - 3 Mal intensiver geprobt und das war's dann auch schon. Nächstes Stück bitte ~!! So haben wir in den 3 Stunden Probe 4 neue Stücke in einem Affentempo nahezu aufführreif eingeübt. Darunter auch schwere Stücke wie "Variations on I got rhythm" von George Gershwin.
*puh!* ganz schön anstrengend! Aber so macht Chorsingen wirklich Spaß!! Kein ewiges Warten, wenn der Tenor (Alt, Bass) eine Stelle nicht kann und immer und immer wieder diese Stelle wiederholt wird. Keine Reklamationen, dass meine Stimme zu laut sei, denn hier singen alle laut. ;-)

Wenn ihr aber dachtet, das sei schon alles - tststs - nein nein! Von Jazz habe ich gestern erfahren, dass man - wenn man auch bei Aufführungen mitsingen möchte - alle zwei Wochen außerhalb der Probezeiten zum Vorsingen antanzen muss. D.h. die Gruppenleiter jeder Stimmlage prüfen einen alle zwei Wochen, ob man seinen Part auch perfekt beherrscht. Außerdem muss man alle zwei Wochen zum Vocal-Coach, bei dem man 60 min. Privatunterricht bekommt. Was für ein Aufwand.... Überhaupt ist alles perfekt organisiert. So ist immer ein Student für das Wohl der Chorleiterin zuständig (Tee bringen, Ventilator für die Chorleiterin regulieren etc.), ein Student war als Umblätterer für die Pianistin zuständig, einige Studenten kochten während der Probe literweise Tee für die Chormitglieder, etc. etc. In Deutschland unvorstellbar! Für die Taiwanesen anscheinend die normalste Sache der Welt. ;-)

So bin ich nun wieder um eine wirklich horizonterweiternde Erfahrung reicher!!

Fishing for compliments

Warum ich den Chinesischunterricht und meine Klasse so liebe:

weil wir uns ständig gegenseitig mit Komplimenten überhäufen ;-) Was das für eine Bedeutung haben soll? Na, so üben wir natürlich täglich unsere neue Grammatik. So sagen mir die anderen täglich in verschiedensten grammatikalischen Variationen, wie toll, klug, schön, sportlich, unwiederstehlich, gesund, tugendhaft, voller Anmut etc. sie mich finden. Und andersrum ich ihnen natürlich auch ;-) Klingt vielleicht ein bisschen lächerlich. Aber ich muss sagen, obwohl man weiß, dass es nur zu "Übungszwecken" gesagt wird, es tut wirklich gut!

Komplimente sind halt wie kleine Leckereien. Sie halten nicht ewig. Wenn man sie verspeist, fühlt man sich eine Weile gut. Aber dieses Gefühl vergeht auch wieder. Daher finde ich es wirklich wichtig, dass man seinen Liebsten immer und immer wieder Komplimente macht.

Wann habt ihr denn das letzte Mal euren Liebsten den Tag versüßt?? Ich finde, jetzt wäre doch eine super Gelegenheit! ;-D

Mittwoch, 24. September 2008

Ich hab's geschafft!!

Ich bin drin!! Ab jetzt bin ich offizielles Mitglied des 2. Soprans des National Taiwan University Chores! *juhu~* Insgesamt wurden 9 Leute aufgenommen - und ich bin Eine davon!! Freitag ist die erste Probe ;-D *FREUDE*

Dienstag, 23. September 2008

Night Market

Jeden Abend, wenn es langsam dunkel wird, fängt das Nachtleben in Taiwan an. Und was macht man als Taiwanese, um sich abends zu vergnügen? Man geht auf den nächst gelegenen "Night Market" (davon gibt es in Taipei sehr viele). So auch wir, d.h. Jens, Chih-Wei (meine andere Mitbewohnerin) und ich.









Einen Night Market hat man sich vorzustellen wie eine Kombination aus Basar und Rummelplatz. Ein kleines Geschäft reiht sich an ein anderes und man kann wirklich alles erdenkliche kaufen. Neben vielen Bekleidungs-, Schmuck-, Schuh-, DVD- & CD-, Bücher- und Grusch-Geschäften findet man unzählige kleine Snack-Stände und Restaurants. Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Nudel- und Reisgerichte aller Art, Obstsäfte, Limonaden, Zuckerwatte, kandiertes Obst, etc. etc. - alles vorhanden ;-) Und wenn man was für sein Wohlbefinden tun will, geht man in den nächsten Massagestand oder lässt sich die Fingernägel lackieren.

Wir waren heute in einem Restaurant, in dem man um eine große Stahlplatte sitzt, auf der direkt vor der Nase einem die Gerichte seiner Wahl zubereitet werden. Ich hatte Krabbenfleisch mit Soyasprossen und Kohl, Chih-Wei Putensteak mit gleichem Gemüse. Sehr lecker! Und dass man dem Koch beim Zubereiten zusehen kann, hat auch seinen Spaßfaktor! Serviert wird das ganze Essen auf einer Alufolie auf der Kochplatte. D.h. man kann sich soviel Zeit lassen, wie man will, das Essen bleibt immer heiß. Außerdem find ich es toll, dass man hier auch ohne weiteres alleine herkommen kann. An der großen Kochplatte fällt das keinem auf, dass man eigentlich alleine da ist. Vom Preis her ist es allerdings ein bisschen "teuer". Die Preise fangen bei ca. 3 € an (ein Fleisch- oder Fischgericht mit zwei Gemüsesorten, Suppe und einer Schale Reis + Getränke all you can drink) und gehen hoch bis ca. 8 € (meherere Fleisch-/Fischsorten bzw. hochwertig). Meins hat 4 € gekostet. Aber dafür bekommt man ein super leckeres reichliches Essen mit wirklich viel Gemüse, was hier in Taiwan leider sehr selten vorkommt. Die meisten Taiwanesen wollen nur Fleisch und Reis / Nudeln....



Zuletzt möchte ich euch noch kurz zeigen, was mir Chih-Wei geschenkt hat:

eine kleine Handtasche, die eine Freundin ihrer Mutter selbst genäht hat. Super süß und sehr praktisch. Gerade groß genug um Geldbeutel und Handy einzustecken. Danke Chih-Wei!!


Montag, 22. September 2008

Was ich so esse...

Liebe Leser,

was für ein Muskelkater!! Ich kann meine Beine kaum bewegen. Fühle mich, als hätt mich ein Lkw überrollt... und das ist erst der erste Tag. Bei mir ist der Muskelkater am zweiten Tag immer am Schlimmsten!! Beim Hinsetzen und Aufstehen fühl ich mich wie eine alte Oma. V.a. Treppen abwärts ist der Horror! Dabei stelle ich mich derart ungeschickt an, dass mich Leute mit verdutzten Blicken anstarren, hinter denen sie sich offensichtlich die Frage stellen, ob sie mir irgendwie zur Hilfe eilen sollen, oder es besser doch lassen. Wenn ich könnte, würde ich gerne kriechen. Aber das lasse ich dann doch lieber sein. ;-)

An dieser Stelle bedanke ich mich schon jetzt bei Euch für Euer Mitgefühl!

Damit dieser Beitrag nicht in einer Leidensgeschichte endet, möchte ich euch kurz darstellen, was ich hier in Taiwan so täglich esse. Natürlich gibt es hier in Taiwan eine Vielfalt an Gerichten, die es in Deutschland gar nicht gibt. Aber all diese "Exoten" hier darzustellen würde den Rahmen sprengen. Also diesmal nur, was ich HEUTE gegessen habe. (was so ziemlich dem entspricht, was ich so täglich zu mir nehme)

Frühstück:


ein Cheese Bagel (ca. 0,50 €). Am Anfang hab ich zum Frühstück immer Reisbälle mit Thunfisch im Inneren und Algen drumherum gegessen. Aber nach einer Weile wird das ganz schön langweilig. Also bin ich nun auf Weizencornflakes und Bagels umgestiegen. Doch Weizencornflakes sind hier super teuer (1Pck. ca 6 €) und man bekommt sie nur in exklusiven Feinkostläden. Bagels hingegen bekommt man in jeden Convenient Store. Doch der Käse ist ein bisschen süß. Man muss sich das vorstellen, wie gesüßte Philadelphia. Aber verglichen zu den anderen "Brot"-Produkten kann man dies schon fast in die "salzige" Kategorie einstufen. Überhaupt gibt es das "Brot", wie wir es aus Dtl. kennen hier überhaupt nicht. Es existiert nur Weißbrot. Und das nur in den Geschmacksrichtungen süß, zucker-süß oder super-süß. Es gibt nicht einmal ungesüßtes Toastbrot. Hier in Taiwan gibt es auch keine Butter, Sahne, kein Joghurt, Quark und keine anderen Milchprodukte zu kaufen. Das gibt es einfach nicht. Milch bekommt man ohne Probleme. Das ist aber auch schon alles.

Mittagessen:


Da ich frühs immer in der Universitätsbibliothek lerne, war ich super glücklich, als die Bauarbeiten an der "Mensa" direkt vor der Bib letzte Woche beendet waren. In diesem Student Activity Center gibt es mehere kleine Läden, bei denen es verschiedenste Gerichte gibt. Meistens nehme ich mir was vom Buffet.

Heute: gekochter Kohl, gebratener Spinat, 2 Fischbällchen (sowas wie Chicken McNuggets nur aus Fisch), gekochte Auberginen in süß-schafer Soße, grüne Bohnen, 1 Fried Chicken (so wie bei Kentucky Fried Chicken), Tofu in einer scharfen Soße und dazu eine Schale Reis. (insgesamt ca. 1 €)

Abendessen:


vom nahe gelegenen Convenient Store: gebratene Glasnudeln mit Gemüse und ein bisschen Rindfleisch, eine Dampfnudel mit Fleisch- und Gemüsefüllung und Wasser mit Zitronengeschmack. (insgesamt ca. 2 €)


Wie ihr seht, ich werde nicht verhungern ;-)

Sonntag, 21. September 2008

Tagesausflug zum Yangmingshan Nationalpark

Meinen Zimmernachbarn Jens zieht es immer wieder raus ins Grüne. Für mich sehr vorteilhaft, denn er nimmt mich auch immer mit ;-) So hab ich wahrscheinlich auch in Zukunft jedes Wochenende einen Überraschungsausflug in die Umgebung Taipeis sicher. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Überraschungsausflug, denn ich überlasse Planung, Fahrt, etc. alls Jens. Mein Part besteht einfach darin ihm zu folgen. Sehr angenehm! Sonst bin ich nämlich immer diejenige, die alle Planung übernimmt, Tage vorher Reiseführer und Karten studiert, aufpasst, dass alle auch mitkommen. So ist das für mich eine ganz neue Erfahrung, dass ich mit Jens frühs in den Zug steige und erst da überhaupt erfahre, wohin wir fahren und was wir überhaupt am Zielort machen werden.






























Heute ging es in den an den Norden Taipeis angrenzenden Yangmingshan 陽明山 Nationalpark. Benannt nach dem Ming-Philosophien Wang Yangming, ist dies mit rund 11.500 ha der kleinste Nationalpark in Taiwan. In diesem Nationalpark gibt es viele Berge, heiße Quellen und natürlich Natur, Natur, Natur. Da man von Taipei aus mit der Metro und mit dem Bus ca nur eine Stunde braucht, ist dies auch ein beliebter Ausflugsort der Taipeier. Wenn der erste Schnee hier oben liegt, gleicht der Park aber anscheinend eher einem Rummelplatz als einem Ort der Erholung. ;-)

Nachdem wir also mit dem Bus auf ca. 500 Höhenmeter hochgefahren waren ging es zu Fuß weiter. Unser Ziel für heute war: der Haupt-Gipfel (es gibt noch den Ostgipfel, den man auf den Fotos sehen kann) des Qixing-Berges 七星山 (Übersetzt der Berg der sieben Sterne) und mit 1120 m der höchste Berg in dieser Region. Das war vielleicht anstrengend!! Wir hatten heute wieder gute 30 °C und die rund 620 Höhenmeter mussten wir in nur einer kurzen Strecke von 2,27 km zurücklegen. Der ganze Weg war als eine einzige lange super steile Treppe ausgebaut. Und es nahm kein Ende.... Ich war schon nach den ersten 200 m fertig und schleppte mich langsam Stufe um Stufe hoch. Keine einzige ebene Strecke, immer nur Treppen, Treppen, Treppen. Und diese dermaßen Steil, dass es einem schwindlich wurde, wenn man runter guckte.

Nach 1 3/4 Stunde hatten wir es dann ENDLICH geschafft! Was für eine Sicht!! Taipei lag einem zu Füßen. Leider war es ein bisschen diesig, so dass die Sicht nicht ganz so klar war. Aber das war uns in unserem Zustand egal.... Leider hatten wir vergessen Proviant mitzunehmen, so dass wir hungrig und mit zitternden Beinen den Abstieg in Angriff nehmen mussten. Immer die Treppen abwärts. Das ging auf die Gelenke, sag ich euch! V.a. weil die Stufen keinesfalls gleichmäßig waren und viele Steine derart wackelten, dass man wirklich aufpassen musste, dass man nicht hinfällt und den ganzen Berg runterkullert.

Nach insgesamt 3 Stunden hatten wir es dann endlich geschafft!!! Das war so ne Strecke, wo ich sagen muss - Scheeen war's! Aber bitte, nie wieder!! ;-) Kann jetzt schon kaum mehr laufen. Hoffe nur, ich schaffs morgen in die Uni...











P.s alle Bilder seht ihr entweder rechts oben auf dieser Seite oder auf:
http://picasaweb.google.com/inahelm83

Surprise, surprise!

Diese Woche waren ein paar verwunderliche Ereignisse dabei.

Letzten Dienstag wollte ich noch nach dem Unterricht ein bisschen Window-Shopping gehen und fuhr mit der Metro Richtung Taipei 101 (dem (noch) welthöchsten Gebäude der Welt). In der Metro bemerkte ich, wie ein junges Mädchen mich die ganze Zeit anstarrte und offensichtlich versuchte mich anzusprechen. Also lächelte ich sie an - und schon gings los! Hat sie mich auf Englisch gefragt, woher ich komme, was ich hier mache, wie alt ich bin etc. pp. Als ich ihr dann auch sagte, dass ich zu Taipei 101 will, fragte sie mich, ob sie mit dürfe. Warum auch nicht?! Also folgte sie mir den ganzen Abend wie ein treuer Dackel hinterher und erzählte mir alles mögliche aus ihrem Leben. ;-) Kurzzusammenfassung: Riva - 15 Jahre alt. Möchte später um die ganze Welt reisen. Hat einen 21 jährigen Freund, mit dem sie schon 1 1/2 Jahre zusammen ist. *puh!* was für ein Altersunterschied! Fragte ich sie, was ihre Eltern zu ihrem Freund meinen. Meinte sie: sie hassen ihn. Angeblich hat ihr Vater ihn auch schon verprügelt. *was man so alles erfährt, wenn man Metro fährt*. Hmm... hab jetzt mal seit Dienstag über das Thema nachgedacht. Würde ich meiner 13 jährigen Tochter erlauben einen 19 jährigen Freund zu haben? Was würdet ihr denn sagen? Nach reichlicher Überlegung bin ich mir in dieser Konstellation überhaupt nicht sicher. Kommt wahrscheinlich auf den Typ an. Schließlich sind die zwei ja auch schon 1 1/2 Jahre zusammen, was für die beiden spricht. Nun hab ich mir das ganze aber mal von der anderen Seite überlegt. Würde ich meinem 19 jährigen Sohn erlauben eine 13 jährige Freundin zu haben? Und da muss ich ehrlich gestehen - ich glaub ich würde ausrasten. Eigentlich komisch. Ist ja im Grunde genommen dasselbe, oder vielleicht doch nicht? Ihr könnt mir ja mal schreiben, was ihr so denkt.


Nun zum zweiten Ereignis. Habe mich endlich dazu aufraffen können, mir eine Sprachpartnerin zu suchen. Also hab ich gleich mal paar Adresszettelchen vom schwarzen Brett abgerissen und mich auf die Suche gemacht. Ein Mädchen hat mir dann tatsächlich auch zurückgeschrieben, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Sally - Studentin an der Taiwan-Universität und möchte Deutsch lernen. Nun gut. Schreibe ich ihr also eine Mail mit Treffpunkt und Uhrzeit und meiner Handynummer. Kommt wenige Stunden später eine Mail zurück, dass sie meine Handynummer schon in ihrem Handy gespeichert hatte! Es stellte sich heraus, dass Jona - der von dem ich den Handyvertrag, die Wohnung etc. übernommen hab - ihr früherer Sprachpartner war ;-) So ein Zufall!! So werden wir uns ab jetzt jeden Donnerstag für 2 Stunden treffen und Sprachen pauken. Mal sehen, wie's wird!

Donnerstag, 18. September 2008

Meine Klasse

tara~ Stolz präsentiere ich: meine Klasse!


















von links: Ai De-Hua (Edward aus England - der Tai-Ji Liebhaber), A-Zhen (Kristian, der große Halb-Däne-halb-Amerikaner, zur Info: 2,10m), Shu-Fu (der erst 19 jährige Mönch aus Korea), ich, You-ji (Yuki aus Japan - schon verheiratet)















hier nochmal mit unserer Lehrerin: Frau Ling

Mittwoch, 17. September 2008

Choir tryouts

Seit heute läuft das Auswahlverfahren für den Universitätschor. Ich dachte ja eigentlich jeder, der mitsingen will, kann einfach teilnehmen. Aber da habe ich mich sehr geirrt.

Wer mitsingen möchte muss folgendes Auswahlverfahren durchlaufen. Zunächst ein 10 minütiges Interview: wie lange hab ich schon im Chor gesungen, welche Komponisten finde ich gut, welche Stimmlage bin ich, was erwarte ich vom Chor etc.. Dann wird man in den nächsten Raum geführt, wo man vor einer 10 köpfigen Jury zunächst ein paar Tonleitern rauf und runter trällern muss. Dann muss man vom Blatt singen, dann eine atonale Melodie nach nur einmaligem Hören nachsingen. Zum Schluss muss man noch ein selbst ausgewähltes, selbst vorbereitetes Stück vortragen. *puh!* Das ist fast eine Aufnahmeprüfung zur Musikhochschule! Das Auswahlverfahren dauert insgesamt bis nächsten Dienstag. Das muss man sich mal vorstellen! Jeden Tag, eine ganze Woche lang!! Und das für einen "stink normalen" Uni-Chor. Da frag ich mich, wieviele wollen da eigentlich teilnehmen?? Und wie renommiert ist dieser Chor eigentlich?! Letztendlich wird der Chor 100 Leute umfassen. Weiß aber nicht, wieviele dieses Jahr aufgenommen werden.

Falls ich aufgenommen werden sollte, dann habe ich jeweils Dienstag- und Freitagabend 3 Stunden Probe. Jede Stimmabteilung hat 3 Instruktoren, die aufpassen, dass jeder seine Stücke zu Hause übt. D.h. man muss die Stücke selber zu Hause einüben. Außerdem gibts anscheinend auch öfters mal am WE Proben, die bis zu 10 Stunden dauern können. Daneben gibt es Chorfahrten und am Ende jedes Semesters ein großes Konzert in der Nationalen Konzerthalle hier in Taipei (so die bekannteste Konzerthalle in Taiwan). Zu Weihnachten laufen wir um den ganzen Campus und müssen Weihnachtslieder singen etc.... Außerdem kann ich da wahrscheinlich viele viele Taiwanesen kennenlernen!! ;-) Hört sich also alles supi an, muss nur noch genommen werden...

Sag euch dann natürlich bescheid, ob's geklappt hat, oder nicht!

Sonntag, 14. September 2008

Mondfest 中秋節

Schade, dass gerade DIESES Wochenende der Taifun gekommen ist. Denn heute wärde eigentlich das traditionelle Mondfest - das bedeutendste Fest überhaupt in Taiwan.

Beim Mondfest geht es grundsätzlich darum, dem Mond zu huldigen. Hier in Taiwan ist es Tradition auf der Straße zu grillen, viel Alkohol zu trinken und dabei den Mond anzugucken. Dieses Jahr hat die taiwanesische Regierung die Bevölkerung aufgerufen nicht auf der Straße zu grillen, zur Verhinderung der Umweltverschmutzung, doch wegen dem Taifun werden die meisten Leute wohl gar nicht grillen... War aber grade im strömenden Regen Wäsche waschen (muss immer in das nahegelegene Waschsalon) und einige hartnäckige Mondfestliebhaber warem fleißig am Grillen ;-) .

Weiterhin gibt es traditionellen Mondkuchen. Das sind etwa handflächengroße runde oder viereckige Kuchen mit dünner Teigkruste und innendrin einer Paste aus roten Bohnen und einem Ei-Kern. Schmeckt gräuslich! Trotzdem sind sie in den Läden regelmäßig schon paar Tage vor dem Fest ausverkauft, weil es Brauch ist, sie an Familie und Freunde zu verschenken. Doch angeblich isst die keiner hier. Viel zu süß, viel zu schwer, viel zu viele Kalorien und angeblich verursachen sie heftige Verstopfungen. Total verrückt. Das keiner auf die Idee kommt, gut schmeckende Mondkuchen zu erfinden?!?!
















Es gibt aber auch eine Geschichte zum Mondkuchen:

Während der Yuan Dynastie (1280-1368) wurde China von den Mongolen beherrscht. Die Führer der früheren Sung Dynastie (960 - 1280) waren mit der mongolischen Herrschaft sehr unzufrieden und planten eine Revolution. Damit diese Revolution aber nicht aufflog, ließen sie für das nächste Mondfest kleine Kuchen backen. Im Inneren jedes Kuchens befand sich einen Zettel mit dem geheimen Schlachtplan. Somit konnte die mongloische Herrschaft erfolgreich abgesetzt werden. Darauf folgte die sogenannte Ming Dynastie (1368-1644). Um an dieses Ereignis zu erinnern, werden auch heute noch Mondkuchen gegessen - naja verkauft. Das war der kleine Geschichtsunterricht am Rande ;-)

Ein weiterer Brauch während des Mondfestes ist es, die Schale von Pomelo-Früchten wie ne Mütze auf dem Kopf zu tragen. Keine Ahnung, was das für eine Bedeutung hat. Sieht aber witzig aus *gg*.

















Außerdem gibt es viele Licht- und Laternen- Paraden mit traditionellen Drachentänzen. Echt schade, dass ich all das verpasse.... Blöder Taifun ;-P





Warum gibt es überhaupt das Mondfest? Dazu diese Legenden:

1. Das Kaninchen aus Jade

(das Mondfest gibt es in ganz Asien. So auch in Japan. Japaner und Chinesen glaubten früher, dass Kaninchen auf dem Mond leben. Diese Legende erklärt warum.)

Es waren einmal drei weise Feen, die sich in einen alten armen Bettler verwandelten und einen Fuchs, einen Affen und ein Kaninchen um etwas zu Essen baten. Sowohl der Fuchs, als auch der Affe hatten was zu Essen dabei und gaben es dem Bettler. Doch das Kaninchen hatte nichts. So bot er sein eigenes Fleisch und Blut zum Essen an und warf sich selbst in einen Kessel voll kochendem Wasser. Die drei Feen waren von dieser Geste derart gerührt, dass sie der Seele des Kaninchens erlaubten im Mondpalast zu leben. So wurde aus dem normalen Kaninchen ein Kaninchen aus Jade. (Japaner denken übrigens, dass das Kaninchen auf dem Mond Reiskuchen bäckt).

2. Die Göttin Chang-Er

(Bei dieser Story gibt es so viele Variationen, dass ich gar nicht weiß, welche ich euch erzählen soll.... also wähle ich die, die uns am Freitag meine Lehrerin erzählt hat.)

Etwa 2170 v. Chr. gab es 10 Sonnen auf der Erde. Diese 10 Sonnen waren so heiß, dass alles Getreide verdorrte, alles Wasser verdampfte und alle Tiere verdursteten. Um die Erde zu retten kam ein junger attraktiver und gut gebauter Mann namens Houyi, der mit Pfeil und Bogen 9 der Sonnen abschoss. Die Chinesen glaubten damals, dass die Sonne eine brennende Krähe sei. So fielen 9 Krähen vom Himmel und die Erde war gerettet. Houyi wurde zum Held.

Die Götter waren begeistert von Houyi's Tat und gaben ihm zum Dank einen Trunk durch den Houyi unsterblich werden würde. Die Erdbewohner krönten Houyi zu ihrem König.

Tage und Jahre vergingen und Houyi wurde immer selbstsüchtiger und grausamer. Die Bevölkerung litt stark unter seiner Tyrannei. Houyi's wunderschöne Frau Chang-Er sah das Elend ihres Volkes und sagte: "Es ist nicht verantwortbar, dass Houyi diesen Trunk nimmt und unsterblich wird. Sonst nimmt dieses Grauen nie ein Ende." So schlich sie eines Nachts in das Gemach ihres Gatten und stahl den Trunk und trank ihn selber. Plötzlich wurde ihr Körper immer leichter und leichter, so dass sie gen Himmel flog und auf dem Mond landete. Dort baute sie sich einen Palast.

Houyi war bestürtzt, dass seine Frau ihn verlassen hatte. Doch er liebte sie so sehr, dass er den Mond nicht abschoss. So verbrachte Houyi den Rest seines Lebens damit, hinauf zum Mond zu schauen und an seine Frau zu denken.

So die Legenden. Laut meiner Lehrerin waren viele Chinesen völlig bestürtzt, als Neil Armstrong keine Kaninchen und keine Frau mit Palast auf dem Mond vorfand. Tja, so ist das Leben. Eben nicht so schön wie im Märchen.

Samstag, 13. September 2008

English Spirit

So, nun bin ich fit genug, euch von gestern Abend zu berichten. Ein japanischer Klassenkamerad hat mich vorgestern zu einem "English club" eingeladen. Da treffen sich jeden Donnerstagabend Taiwanesen, die ihr Englisch verbessern wollen. Zuerst dachte ich, "ob das so gut ist, nur Englisch zu reden? Will ja eigentlich Chinesisch lernen..." aber dann bin ich doch mit, weil ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit, ein paar Einheimische kennenzulernen. Und es wart gut so ;-)

Dieser "English Spirit Club" besteht aus ca. 10 Leuten. Alles Taiwanesen und alle ca in meinem Alter und somit schon berufstätig. Es ist echt erfrischend, auch mal Leute in meinem Alter kennenzulernen, denn in der Sprachschule sind viele noch unter 20. Auf jeden Fall wurde ich am Donnerstag gleich zu einer Home-Party am Freitag eingeladen ;-)

So saßen wir gestern alle bei Fancine and Corwin's Apartment und haben Bier getrunken. Schön war's! Haben nebenbei taiwanesisches "Taiwan sucht den Superstar" im TV angeguckt und so unsere Kommentare abgelassen ;-) Also, mein Chinesisch kam auch ein bisschen zum Einsatz. Übrigens, wenn ihr euch fragt, warum die so "westliche" Namen haben, jeder Taiwanese hat auch noch einen englischen Namen, den entweder die Eltern oder der Englischlehrer in der Schule festlegen, oder den man sich sogar selbst geben kann.



hintere Reihe von links: Kouichi, Ryou, Tim, Vee, Joanne, Hosé
vordere Reihe von links: Francine, Anita, ich, Corwin, Will, Jaron

Taifun No. 13 is coming!!

Morgen ist Taifun-Alarm angesagt. Taifun Nr. 13 wird direkt auf Taiwan stoßen. D.h. wir müssen alle zu Hause bleiben. Für die, die nicht wissen was ein Taifun ist: ein großer Sturm mit sehr starkem Regen kombiniert mit sehr starkem Wind. Stößt ein Taifun auf Taiwan, so fällt in ganz Taiwan die Schule aus und man muss nicht zur Arbeit. D.h. das ganze Land ist lahm gelegt. Dieses Mal ist für mich das WE lahm gelegt.

War also grad noch schnell im 7/11 (Convenient-store, der 24h geöffnet hat) und hab mich mit diversen Nudelsuppen und anderen essbaren Sachen eingedeckt. Nun gut, werde dann das ganze WE wohl lernen, lernen, lernen.... Auch nicht schlecht.

Heute war ich übrigens bei ein paar Taiwanesen zu einer Home-Party eingeladen. Da ich aber grad ein bisschen angeschwippst bin und es schon echt spät ist, kommt der nähere Bericht dazu erst später. *sorry*

Donnerstag, 11. September 2008

Mein Traumhandy...*seufz*




















Samsung SGH-i8510

gerade erst letzten Monat auf den Mark gekommen ist es MEIN TRAUMHANDY ;-) !! Es hat eine 8Megapixel Kamera mit allem drum und dran, was auch eine normale Kamer bietet. Außerdem hat es einen integrierten MP3, MP4, DivX Player und FM-Radio, 16 GB Speicher (auf 32 GB erweiterbar), GPS und vieles vieles mehr. Außerdem könnte ich dann endlich mal SMS auf Chinesisch verschicken und empfangen.

Kostet aber eben auch dementsprechend. Ich meine, ich kann mir dadurch eine Kamera und ein MP3 Player sparen. Das macht die Sache ein bisschen "günstiger". Trotzdem werd ich wohl bis spätestens nach Weihnachten warten müssen.... d.h. für euch weiterhin schlechte Bildqualität *sorry!*

Und hier gleich mal ein paar Bilder von meiner Wohnung von außen:

Blick aus unserem Wohnzimmer auf die Straße




und ein Bild von dem Language Center der Uni:

Montag, 8. September 2008

Potpurri

Heute nur einige Gedankenfetzen für die, dies interessiert ;-)

Taipei ist eigentlich klein

Taipei - als Hauptstadt von Taiwan - ist ja eigentlich eine Großstadt. Aber steht in keinem Vergleich zu Tokio! Ist ja auch klar. Taipei hat 2.625.359 Einwohner im Kernbereich und 8.241.373 mit Umgebung. Tokio hingegen hat allein im Kerngebiet 8.483.050 und mit Randgebiet 34.471.652. Aber vom Charakter her sind beide Städte sehr ähnlich. Das liegt vor allem an der Bauweise der Häuser, aber auch daran, dass überall in Taipei "Japan" zu finden ist. Es gibt haufenweis japanische Produkte (auch japanisch ausgezeichnet), japanisches Essen, Plakate, Schilder, etc. auf Japanisch. Komisch eigentlich, denn die meisten Taiwanesen können kein Japanisch. In der Innenstadt fühlt man sich auch wirklich wie im (alten - in Tokio selbst gibt es nicht so viele alte heruntergekommene Gebäude) Tokio, mit all den Hochhäusern, Leuchtreklamen, etc. Doch wenn man mal durch die Hochhäuse hindurchguckt, sieht man in alle Himmelsrichtungen immer grüne Berge in der Ferne. Irgendwie bizarr. Eine Großstadt im Grünen....














Was Beziehungen angeht


Sind die Taiwanesen viel offener als Japaner. Natürlich, Händchenhalten und Küssen auf der Straße sieht man bei Jugendlichen auch in Japan öfters. Aber ich denke hier in Taiwan doch einen Tick mehr. Was mich aber verwundert (was ich aber super toll finde), ist dass auch viele alte Paare händchenhaltend und eng umschlungen in der Öffentlichkeit sich zeigen. So sitzen alte Pärchen auch knutschend im Cafe - in Japan undenkbar. Überhaupt scheinen ältere Paare hier öfters miteinander auszugehen. Find ich klasse!


Rülpsen ist

in Taiwan und China kein Zeichen von schlechten Manieren. Sitzt man im Cafe, so hört man öfters ein lautes ausgiebiges "Rüüüüüülps". Daran muss ich mich wohl noch gewöhnen.


Taiwaner sind dicker als Japaner

Wirklich! Vor allem die Männer sind nicht so dürr wie in Japan. Viele sind sogar tatsächlich übergewichtig. Was aber anscheinend bei den schmalen Taiwanesinnen gut ankommt. Viele, die in Japan schon als fett und hässlich abgestempelt werden würden sind hier in Taiwan anscheinend angesagt. Natürlich gibt es auch viele schmale Männer. Aber insgesamt gibt es hier nicht so viele DÜRRE Männer wie in Japan. Ähnlich sieht es auf der weiblichen Seite aus. Natürlich sind die Frauen hier viel zierlicher gebaut als in Europa. Aber trotzdem. Richtig richtig dürre Frauen sieht man hier selten. Und mollige, etwas gut gebautere Frauen sieht man sehr viel häufiger als in Japan. Find ich auch klasse ;-)!


Mein Zimmervorgänger

Heute kam meine Zimmernachbarin von ihrem Urlaub heim und erzählte mir, dass mein Zimmervorgänger eigentlich das Bad und Zimmer schon geputzt hatte.... Ich möchte gar nicht wissen, wie das ganze vorher ausgesehen haben soll. Unglaublich!! V.a. wird er nächstes Jahr seine Freundin heiraten, die gegen diese Zustände ja anscheinend auch nichts einzuwenden hat. D.h. wenn die beiden Kinder kriegen, werden die auch so sein, und wenn die wieder Kinder kriegen .... okay. Lassen wirs dabei. Mir wird grad schlecht.


Taiwanesen mögen es süß

und wie sie süß mögen!! Alles schmeckt einfach nur - süß. V.a. die eher westlichen Gerichte. Salatdressings - süß. Getränke - süß. Tees - süß. Sandwiches - innen Käse, Salat und Schinken; außen süßes Brot und süße Mayonaise. Alle Brotsorten - süß. Eben alles alles süß! Furchtbar! Ich kann süß gar nimmer sehen. Heute hat uns unsere Lehrerin Kuchen mitgebracht. Zwischen zwei Schichten süßem Biscuitteig eine Lage salzige Zwiebel-Fleischsoße.... keine Ahnung was für eine Geschmacksverirrung das sein soll. Aber anscheinend eine berühmte Delikatesse in Taiwan.

Sonntag, 7. September 2008

Mein Zimmer




mit der Handykamera aufgenommen. Die Bildqualität ist also miserabel... aber es reicht, um euch zu zeigen, wie ich wohne ;-)

Fazit nach einer Woche Uni:

Ja--- Die erste Woche Uni ist rum! Und ich bin immer noch zufrieden mit meiner Klasse. Die Lehrerin ist echt toll! Sie ist vielleicht so Ende 20?? Aber man merkt richtig, dass ihr das Unterrichten Spaß macht und diese Begeisterung springt auf uns Studenten natürlich über. Außerdem ist es toll, dass wir nur zu fünft in einer Klasse sind. Ein Tai-Chi begeisterter Engländer - Edward - der einen super tollen chinesischen Namen hat (愛 德華 - sein Nachname bedeutet Liebe und sein Vorname setzt sich aus den Zeichen Tugend und Blume zusammen). Dann ein 2,10 m großer Amerikaner-Däne. Wenn man neben ihm steht fühlt man sich wirklich klein.... Die lassen ihn hier nicht in der Uni-Basketballmannschaft spielen, weil er zu groß ist. *lol* Und dann noch eine Japanerin, die schon verheiratet ist und den Kurs besucht, während ihr Mann arbeiten geht. Die ist anscheinend nur ab und zu da. Zuletzt ist da noch ein 19 jähriger koreanischer Mönch. Der war die letzten zwei Tage aber gar nimmer da, also weiß ich nicht, ob er überhaupt wieder kommt. Vielleicht hat er auch die Klasse gewechselt. Also, es kommt auch vor, dass wir nur zu dritt in der Klasse sitzen, was natürlich echt toll ist!

Ansonsten schreiben wir jeden Tag Tests und alle unsere Arbeiten (sei es Hausaufgaben, Mitarbeit, etc.) werden bewertet. D.h. Faulenzen geht gar nicht. ;-) Neben den 3 Stunden Kurs, die wir jeden Tag haben sitzt ich oft noch 3-5 Stunden täglich an Hausaufgaben und Nacharbeit. Nach so einem Tag bin ich dann auch ganz schön geschafft.... Wollte ja eigentlich jeden Tag auch ein bisschen Jura machen, aber irgendwie fehlt mir da die Kraft dazu.... Naja, vielleicht ergibt sich das noch, wenn ich mich ein bisschen besser eingelebt habe.

Apropo Eingelebt. Bin jetzt endlich in mein endgültiges Zimmer umgezogen. Juhu!! Hab es wirklich gründlich gereinigt und es stinkt jetzt (Gott sei dank!) auch nicht mehr. Aber der Boden ist einfach nicht mehr zu retten. Total vergilbt und alles mögliche klebt drauf. Sogar einen alten Kaugummi hab ich in ner Ecke gefunden, den ich nimmer weg bekomme. Versteh echt nicht, wie mein Vorgänger damit zurecht gekommen ist. Überhaupt, wie kommt man auf die Idee einen Kaugummi einfach auf den Boden zu schmeißen und den dort ligen zu lassen, bzw. breitzutrampeln????!!!! Versteh ich echt GAR NICHT! Zum Glück gibt es hier IKEA und heute werd ich mir einen billigen Teppich holen. Ansonsten ist mein Zimmer echt groß und ich fühl mich hier ganz wohl. Die Wände bräuchten noch ein paar Bilder bzw. Poster, aber das mach ich dann nach und nach. Zumindest besitzte ich nun einen eigenen Schreibtisch ;-)

Und nun muss ich los! Mein Mitbewohner putzt schon fleißig das Bad - da sollte ich wohl mithelfen ;-) Also, machts jut allerseits!!

Dienstag, 2. September 2008

Die Uni hat begonnen...

und es ist echt anstrengend!! Doch es ist toll, toll, toll! Endlich hat man mal wieder was gescheits zu tun ;-) Es gibt über den Tag verteilt sehr viele Klassen unterschiedlichster Schwierigkeitsstufen. Jede Klasse besteht aus maximal 6 Leuten. Zunächst war ich in der Klasse A3 eingeteilt (8:30 - 11:20 Uhr). Ich wollte auch unbedingt in die frühe Klasse, denn dann habe ich auch einen Grund aufzustehen. Doch diese Klasse passte mir einfach nicht... Der Stoff zu einfach, die Mitstudenten sind noch zu schlecht und die Lehrerin war auch nicht gerade die Leuchte. Daher stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich die Klasse wechseln würde. So war ich heute in einer Nachmittagsklasse (15:00 - 17:50 Uhr). Und ich muss sagen - es ist einfach herrlich! Wie wenn man in einen passenden Schuh schlüpft ;-) Die Lehrerin ist streng, aber toll, die Mitschüler können schon sehr gut Chinesisch, das Tempo ist relativ schnell. Muss gestehen, die Klasse ist schwer. Aber nicht zu schwer. Gerade richtig, um micht zu motivieren, viel für den Unterricht vor- und nachzubereiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich in dieser Klasse die nächsten 3 Monate glücklich sein und sehr große Fortschritte machen werde.

Wenn ichs mir recht überlege ist der Nachmittagsunterricht auch gar nicht so schlecht. So kann ich frühs immer in die Uni-Biblothek gehen und lernen. Übrigens - die Bibliothek ist super super schön. Das Gebäude selber ist schon sehr alt. Es wurde damals von den Japanern erbaut. Doch innen drin ist alles neu und modern. Sehr weiträumig und viele Lernplätze. Sogar Sofas, auf denen meist jedoch ermüdete Studenten schlafen *gg* Überhaupt sieht man sehr viele schlafende Studenten hier in der Bib. Wahrscheinlich lernen die auch so viel - nehm ich jetzt einfach mal an. Auf jeden Fall gibt es auch einen Lernraum, wo man beim Betreten seine Biblothekskarte einscannt und dann einen festen Lernplatz bekommt. Den hat man dann den ganzen Tag über fest reserviert. Doch darf man immer nur 30 min. am Stück den Raum verlassen. Was auch nicht so schlecht ist, denn das hält einen von stundenlangen Kaffeepausen fern ;-))

Wirklich - kann mich über nichts beklagen. Auf dem rieesigen Campus (von einem Ende bis zum Anderen braucht man zu Fuß über 30 min.) findet man alles. Post, Bank, Convenientstores, diverse Fastfoodketten, Wäscherei, etc. etc. Da sieht man mal, wieviel Geld die Beste Uni in ganz China (sagen zumindest die Taiwanesen und habs auch schon von einigen Deutschen gehört) hat.


Auch der Sport kommt nicht zu kurz. Es gibt eine neue, super große, super schöne Turnhalle, in der man alle Sportarten ausführen kann, Squash, Tennis, Schwimmen, Fitnessraum, etc. alles da. Als Student kann man sich für ca. 40 Euro eine Jahreskarte holen und hat dann freien Eintritt zu allen Räumlichkeiten.

















Wie ihr seht, alles läuft wie geschmiert, jetzt muss nur noch mein Chinesisch besser werden ;-)