Sonntag, 31. August 2008

Neue Freunde

Gestern war ich mit ein paar neuen Bekanntschaften aus. Almarie - eine Philipinin, die ich bei der Einführungsveranstaltung der Uni kennengelernt habe und auch ein Jahr an der Tai-Da Chinesisch lernen wird. Ihre Freundin aus Japan (Masako), die bei Microsoft arbeitet und ein japanischer Freund ihrerseits, den Masako aus ihrer Studienzeit in Chicago kennt. Obwohl ich die Leute zum ersten Mal getroffen habe, hatten wir echt viel Spaß! Doch langsam komm ich mit den ganzen Sprachen ganz schön durcheinander. Denken tu ich noch in Deutsch, gesprochen habe ich Englisch, gefragt wurde ich oft auf Japanisch und ab und zu musste ich dann noch Chinesisch reden. *puh!* Was für eine Höchstleistung für mein Gehirn.... Auf jeden Fall waren wir Peking Ente essen!! *yummie!!* Ich denke, ich hab das letzte mal Peking Ente gegessen, da war ich 10 und zwar in Hong Kong. Was für ein Festmahl! Zuerst präsentieren sie dir die ganze gebratene Ente. Dann verschwindet diese wieder in der Küche und nach und nach werden verschiedene Teile der Ente serviert. Haut, Fleisch, eine Entensuppe mit Kohl, Ente mit Gemüse gebraten, der Kopf zweigeteilt, damit man noch das Gehirn essen kann. Das Gehirn ist bestimmt das Beste Stück, aber keiner von uns hat sich getraut es zu essen.... Da haben sich die in der Küche wohl gefreut ;-) Mit gebratenem Reis und noch gedünstetem Gemüse dazu hat der ganze Spaß nur ca. 8 Euro / Person gekostet. Wirklich nicht schlecht.

Danach trafen wir uns mit Arbeitskollegen von Masako in DER In-Lounge der Stadt: dem Barcode - nicht weit vom berühmten Taipei 101. Ich muss jedoch sagen - wirklich nichts besonderes. Man sitzt halt rum, trinkt einen Cocktail und unterhält sich mit Leuten. Wobei die meisten Leute (weit) über 30 waren. Eine "schicki-micki-Lounge" für gutverdienende Leute. Nicht wirklich so meins. Lauter eingebildete Männer und hübsche dürre Frauen mit einem Hauch von Nichts an.







Dann gings weiter in den Keller, in die Disco "Room 18". Die war wirklich nicht schlecht. V.a. die Musik war wirklich gut. Nur war es dann irgendwann so überfüllt, dass man gar nicht mehr tanzen konnte.



















Fazit: der Abend hat echt viel Spaß gemacht, aber zu einer regelmäßigen Disco-Gängerin werde ich wohl trotzdem nicht ;-) Morgen geht die Uni los. Das finde ich doch irgendwie sehr viel reizvoller...













Freitag, 29. August 2008

Tagesausflug nach WuLai

Gestern war ich mit meinem Mitbewohner Jens in WuLai. Übersetzt heißt der Ort: dort woher die Krähen kommen. Das ist ein kleines Dorf süd-östlich von Taipei und ein sehr beliebter Ausflugsort der Taipei-Einwohner. Eigentlich gibts da nichts besonderes. Nur Berge ohne Ende einen Fluß, der durchs Tal fließt und einen kleinen Wasserfall. Und Krähen haben wir auch keine einzige gesehen. Aber an Wochenenden und Feiertagen soll der Ort derart überfüllt sein, dass fast kein Durchkommen mehr ist. Doch gestern war wirklich keine Menschenseele außer uns da. Daher konnten wir ausgiebig die Natur genießen. Nach etwa einer Stunde Busfahrt kamen wir am Tal an und gingen erst zu Fuß und dann mit der Gondel immer weiter den Berg hinauf. Man hätte statt zu Fuß auch den kleinen "Bergzug" nehmen könnten, aber wir sind ja Deutsche - uns liegt ja das Wandern im Blut. ;-) So ging es etwa eine Stunde auf einer ausgebauten Strße den Berg hoch, der sich in dichtem Grün kleidet. Anders als in Dtl. gibt es hier überhaupt keine Nadelbäume. Neben einigen Laubbäumen wachsen hier überwiegend Tropen- und Schlingpflanzen. So kommt man sich teilweise vor, wie in einem Jungel. Und was das Klima angeht, könnt ihr euch das vorstellen wie in einem Tropenhaus im Zoo. Sehr heiß - sehr schwül.

Am Zielort angelangt gab es einen kleinen Entertainment-Park, konzipiert vor allem für Kinder, mit einer Art Rummelplatz mit Autoscootern, Schiffsschaukel, Fahrgeschäften, usw.. Ganz oben gibt es dann noch eine Art Trimm-Dich-Pfad, bestehend aus Brücken und Schaukeln über Schluchten, auf dem man die früheren Transportmethoden der Ureinwohner nachvollziehen kann. Wie sehr uns das alles Spaß gemacht hat, könnt ihr auf den Fotos sehen, die ich ins Internet hochgeladen habe:

http://picasaweb.google.com/inahelm83

Mittwoch, 27. August 2008

KTV

Die erste "Nacht" auf meiner neuen Matratze - und es war einfach herrlich!! ;-D Ich möchte sie nie wieder missen!

Jaaa - warum die Nacht in "" steht? Weil ich nämlich erst um 5 Uhr ins Bett bin. *gg* Nun, ich hab euch doch erzählt, dass ich gestern Abend bei Frau Chen zum Essen eingeladen war. Wie erwartet war das Essen sehr üppig - aber auch gut. Dort angekommen habe ich aber erfahren, dass es tatsächlich einen Anlass für dieses Festmahl gab. Der Sohn von der Frau Chen hatte nämlich seinen 23. Geburtstag. So konnte ich auch viele seiner (natürlich taiwanesischen) Freunde kennenlernen. Und da ja "nur essen" total langweilig ist, ging es dann ab ca. 11 Uhr zum KTV - übersetzt - Karaoke. Was für ein Spaß!! Wir haben uns einen großen Privatraum gemietet und es gab Bier, Kuchen, Wein, Sekt etc. Und natürlich wurde ohne Ende gesungen gesungen gesungen. Ich kann ja leider (noch) keine chinesischen Lieder, aber hab dann am Ende doch noch ein paar englische Duette trällern dürfen. Was ich unbedingt aber noch erwähnt haben möchte - es ist der Wahnsinn, wie gut die Taiwanesen singen können. Liebe Sängerinnen und Sänger von der Musikhochschule Würzburg - ihr könnt alle samt einpacken! Jeder der gestrig Anwesenden hätte die Aufnahmeprüfung mit Links gemeistert. Mehrstimmigkeit - kein Problem. Höhen und Tiefen - kein Problem. Und ein Repetoir, wo man sich denkt, "kommen die etwa jeden Abend hier her?"

Und da wir um halb 4 schon wieder Hunger hatten, gings weiter zum chinesischen Frühstück. D.h. in einem kleinen schmuddeligen Laden aßen wir mit Fleisch gefüllte Maultaschen, Pfannkuchen mit Ei und Lauch, gekochten Radi und dazu gabs leicht gesüßte Soymilch. hmmm... sehr sehr lecker!! So muss ein Frühstück sein! Tja, ob ich die Jungs irgendwann mal wieder wiedersehe, weiß ich nicht. Denn der Sohn von der Frau Chen ist grad für ein weiteres Jahr beim Bund. Hier in Taiwan ist der Militärdinst übrigens für jeden Mann Pflicht! Man kann sich auch nur in ganz ganz seltenen Fällen befreien lassen. Aber es ist echt toll, wie schnell man Kontakt zu den Taiwanesen findet. Ein wirklich nettes und offenes Völkchen ;-)

Nun und heute war es dann endlich soweit: tata!! Ich hab mir ein elektronisches Wörterbuch gekauft!! Dafür gings in den "Elektro" Stadtteil von Taipei. Dort reihen sich hunderte von kleinen Elektronikgeschäften, die alle ihre Ware an den Mann bringen wollen. Michi P. wollte sich auch eins kaufen, so gingen wir zusammen von einem Geschäft zum anderen und versuchten so billig wie möglich an ein Gerät zu kommen. Und es ist erstaunlich, wie stark die Preise variieren. Nach ein paar Geschäften war uns zumindest klar, welches Modell wir nehmen wollten. So konnten wir gezielter suchen. Ein super kompakter Taschencomputer mit Touchscreen und englisch-chinesisch, japanisch-chinesisch Wörterbuch und vielen vielen weiteren Funktionen.

Doch das Problem ist, allein schon wenn man im ein und demselben Laden verschiedene Verkäufer fragt, kriegt man verschiedene Preise zu hören. Also war Verhandeln angesagt!! *händereib* Wir hatten schon mitbekommen, wie neben uns einige Chinesen dassebe Model kauften. Diese Preise waren unser Richtwert. Unser Vorteil war auch, dass wir gleich zwei Geräte kauften. So hatten wir am Ende sogar einen besseren Preis, als die Chinesen vor uns erreicht hatten!

Trotzdem. So ein Gerät kostet mehr als eine Monatsmiete - also ist echter Luxus. Für uns Deutsche scheint es vielleicht nicht sooo teuer - schließlich hätte ich in Deutschland für ein Modell, dass nicht mal annähernd so gut ist 60 Euro mehr gezahlt. Doch für Durchschnittsbürger hier in Taiwan können sich sowas nicht leisten. Da wird einem wirklich mal klar, in welch einer priviligierten Welt wir Deutschen und vor allem ich doch leben...

dieses hier in grün

Montag, 25. August 2008

Ein ereignisreicher Tag!




















Bilder vom NTU-Campus

Gestern (Montag) ging es zum ersten Mal in die National Taiwan University (NTU), um mich für meinen Sprachkurs zu registrieren. Bis zur NTU ist es von meiner Wohnung aus nicht weit. 2 min zu Fuß bis zur nächsten U-Bahn Haltestelle, dann eine Station weiterfahren (ca. 40 cent) und dann wieder etwa 8 min zu Fuß. Noch schneller jedoch geht es mit dem Fahrrad. Ich habe das Glück, dass mein Zimmervorgänger ein Fahrrad dagelassen hat, welches ich ihm billig abkaufen kann. So brauch ich bis zur Uni nur ca. 10 min. Die Uni selber, bzw. der Campus ist rieeeesig!! Das Gebäude des Language Training Centers ist neu und sehr schön. Die Registrierung bestand aus einer schriftlichen und mündlichen Prüfung. Wirklich keine große Sache. Einige Professoren habe ich auch schon kennengelernt. Sehr nette Leute!! Also ich freu mich auf jeden Fall schon auf den Unterricht!


Danach sind Michael P. (zur Erinnerung: mein Reisepartner und auch auf der NTU) und ich in einen nahegelegenen Starbucks. YUHUUUU!!! Hier in Taiwan gibt es den Green Tea Frappuccino!! Wie lange habe ich bloß auf ein Wiedersehen gewartet?! ;-)) Den gab es nämlich auch in Japan. Doch niergendwo sonst auf der Welt, zumindest nirgendswo dort, wo ich schon war.



Green Tea Frappuccino



Nun, nun, saßen wir also da, und Michi hat immer noch keine Wohnung. Also beschloss er eine ältere taiwanesische Dame (52 Jahre alt) anzurufen, die er bei seinem letzten Aufenthalt in Taiwan (vor einem Jahr) kennengelernt hatte. Die hatte ihm nämlich gesagt, er soll sie jeder Zeit anrufen, wenn er in Schwierigkeiten steckt. Das Ergebnis war: 20 min. später stand die gute Frau vor uns. Packte mich am Arm und "schleifte" mich mit zum Mittagessen. ;-) Das klingt ganz schön heftig. Aber die Frau ist nun mal "heftig". Wenn ihr weiterlest, werdet ihr es - denke ich - verstehen. So fuhren wir mit dem Taxi in ein kantonesisches Restaurant (für die, die nicht wissen, was das ist - Hong Kong Küche). Es gab Nudelsuppe mit Rindfleischbrocken und dazu viele kleine Tellerchen mit verschiedenen angemachten Gemüsesorten drauf. Das Gemüse war wirklich lecker! Doch es gab auch gekochte Hühnerfüße. Schon der Anblick nicht wirklich appetitlich. Und vom Geschmack möchte ich gar nicht erst reden. Aber immerhin - Ich hab's probiert!! *stolz auf mich sein*

Danach gings dann ab zur Wohnung der Frau Chen. Wirklich eine sehr schön eingerichtete Wohnung!! Überall kleine Glasschüsseln, worin winzig kleine Fischchen rumschwimmen. Und das zu vermietende Zimmer auch wunderschön eingerichtet - also auch möbliert. Trotzdem. Michi war die ganze Sache nicht ganz geheuer. Denn - 1. die Wohnung kostet im Monat 12.000 NTD (ich zahle 7.000), 2. Frau Chen wäre sozusagen Gastmutter und ist ständig auch in der Wohnung, 3. sie kocht jeden Abend für einen und wäscht einem auch die Wäsche (klingt toll, aber will man das auch wirklich?!?!), 4. Frau Chen will einen Ersatz für ihre Kinder, die schon ausgezogen sind. Und das wollte Michi eigentlich nicht. Aber wie gesagt, Frau Chen ist eben eine "heftige" Frau ;-) So ließ sie Michi überhaupt keine Chance irgendwelche Zweifel zu äußern. Zeigte ihm Fotoalben mit Fotos von Austauschstudenten, die vor ihm die Zimmer bezogen hatten, redete ununterbrochen, was sie alles zusammen unternommen haben, wie toll es doch war und wie gut es ihnen ging. Dann rief sie gleich ihren Sohn an und ließ Michi sich als neuen Mitbewohner vorstellen (wie gesagt, Michi wollte eigentlich nicht zusagen). Und am Ende drückte sie Michi auch gleich den Wohnungsschlüssel in die Hand und teilte ihm mit, wann er einziehen könne. Ich saß nur daneben und habe voller Staunen beobachtet, wie Frau Chen den Michi immer mehr seines eigenen Willens beraubte. Sehr faszinierend! So sind also Geschäftsleute.

Nachdem das auch geklärt war, fuhr Frau Chen mit uns zu einem Bettgeschäft in der Nähe. Denn sie hatte mitbekommen, dass ich eine Matratze suche. Das war wirklich sehr praktisch, denn sie hat es dann auch geschafft, den Preis von 4000 auf 3500 NTD runterzuhandeln inkl. Lieferkosten. D.h. ich werde heute eine neue Matratze bekommen! Endlich!! Ich kann auf der harten Unterlage einfach nicht schlafen. Aber mal sehen, wie das mit der Lieferung klappt.... um 3 Uhr spätestens, müsste sie kommen.

Zurück zum gestrigen Tag. Nach dem Matratzenkauf ging es mit dem Taxi weiter zu einer in Taipei sehr bekannten Eisdiele. Aber da gibts kein Eis, welches ihr kennt. Sondern es ist mehr crushed Ice mit einer braunen Zuckersoße übergossen. Darunter weiße Reisnudeln mit süßen Bohnen und kleinen Reiskuchenstückchen. Sehr lecker!! Für den Sommer genau das Richtige!




So, nachdem wir soviel schon erlebt hatten, war es Zeit, sich ein bisschen auszuspannen. Also führte uns Frau Chen zur Massage. Ich bekam für ca. 10 Euro eine 60 minütige Fuß/Bein Massage. Mey, das waren Schmerzen!! Aber so muss es angeblich sein. Im Nachhinein ging es mir dann auch super toll. Nur die Massage selber war wirklich fast schon zum Heulen. Meine Mitbewohnerin sagte mir, dass es in unserer Wohnungsumgebung sehr viele Masseure gibt. Und auch billigere. Werde das in diesem Jahr bestimmt öfters in Anspruch nehmen ;-).

Danach trennten wir uns von Frau Chen. Eine wirklich ganz ganz liebe Frau, die einfach immer dabei sein muss, immer am Reden ist und alle irgendwie auch bevormundet. Also ich bin sehr froh, dass ich sie kennenlernen durfte (Michi und ich sind heute abend bei ihr zum Abendessen eingeladen [es gibt Peking-Ente]). Ich glaube, wenn man mal wirklich jemanden braucht, dann ist sie die richtige Ansprechperson. Aber ich muss auch sagen, dass ich sehr froh bin, keine Untermieterin bei ihr zu sein.

Für den Abklang des Tages sorgte meine taiwanesische Mitbewohnerin - Chih Wei. Sie lud eine gute Freundin zu uns ein und wir machten uns eine deutsche Brotzeit. Mit Bockwurst, viel Käse, Tomaten und Baguette. Sehr lecker!! Und die Freundin war auch super nett. Sie ist Wirtschaftsjournalistin bei einer Zeitung. Und ich muss sagen, langsam kann ich mich auch schon immer besser auf Chinesisch verständigen. Ich ertappe mich auch schon, dass ich ab und zu auf Chinesisch denke. Also - ich mache kleine aber kontinuierliche Fortschritte, was das Chinesisch betrifft.

Was für ein ereignisreicher Tag!! Es ist wirklich toll, was ich hier so alles erlebe! Heute, wie gesagt, werde ich in der Wohnung auf meine Matratze warten und abends dann zur Frau Chen zum Essen gehen. Vielleicht gibts dann ja wieder was spannendes zu erzählen! Bis dahin aber - Zai jian, bye bye!

Samstag, 23. August 2008

Endlich angekommen...

Frühs um halb sechs klingelte der Wecker. Der große lang erwartete Tag ist da! Das vorerst "letzte" Frühstück mit der Familie und los geht die Reise. Mein Vater brachte mich noch bis zum Würzburger Hauptbahnhof, wo mich schon etwas angespannt der Michael P. auf mich wartete. Michi ist ein Sinologiestudent aus Würzburg, der wie ich übers DAAD-Stipendium 12 Monate in Taipei verbringen wird, das letzte Semester aber in Peking verbracht hatte . So hatten wir zwar den Flug zusammen gebucht, uns vorher aber nur übers Internet "kennengelernt". Da es die letzen Tage bei beiden von uns etwas hektischer zuging, haben wir doch aber glatt vergessen Handynummer auszutauschen. D.h. ich hatte die Tickets und konnte die ganzen Sache relativ gechillt angehen und Michi musste hoffen und bangen, dass es auch wirklich die richtige Entscheidung war einer völlig fremden Frau die Buchung zu überlassen ;-) Hat der ein Glück, dass ich doch zu den zuverlässigeren 50% der Deutschen gehöre!

Der Flug verlief dann auch reibungslos. China Airlines ist wirklich zu empfehlen! Eigene Bildschirme an jedem Sitz, eine endlose Liste an aktuellen Blockbustern, relativ gutes Essen und jede Menge Snacks - für die, die nie satt werden. Aber 13 Stunden schlauchen dann eben doch ganz schön. Nun gut. Wir kamen um 6:15 AM in Taipei an. 28C° - unglaubliche Schwüle. Und da ich einfach im Flugzeug nicht schlafen kann, war ich vor Übermüdung kurz vor einem Kreislaufkolapps. Aber die Reise geht weiter. Also, gleich mal den Airportbus nach Teipei-Innenstadt suchen. Ticket gekauft und los geht's zum neuen Zuhause. Wirklich erstaunlich, wie günstig man in die Stadt kommt. Für die 45 min. Fahrt kab ich nur 3,12 € bezahlt. Ca. 10 min noch mit meinem 22 kg Koffer, 11 kg Rucksack und 5 kg Handtasche unter glühender Sonnedurch die engen Gassen gestapft - stand ich auf einemal vor meiner neuen Wohnung. Hm... wie soll man das Gebäude beschreiben? Von außen sieht es äußerst dreckig und heruntergekommen aus. Alles ist grau und dicht gedrängt. Ich drücke die Klingel auf der einfach nur "4. Stock" draufsteht... keiner rührt sich. Ich klingel nochmal - nichts. Da kommt grad eine Frau aus dem Haus raus und lässt mich zumindest ins Treppenhaus rein. So schlepp ich mein Gepäck bei mittlerweile guten 35 Grad in den 4. Stock (okay, okay, in Dtl. wäre das nur der 3. Stock, da in Taiwan das Erdgeschoss, schon als 1. Stock gezählt wird). Völlig durchgeschwitzt, schnaufend und keuchend komm ich endlich oben an. Toll! gibt es doch gleich zwei Wohnungen in diesem Stockwerk. Gut! 50 - 50 Chance. Und natürlich setz ich aufs falsche Tor. Somit ist meine erste richtige Chinesen-Erfahrung in Taiwan ein alter verschlafener Herr in Jogginganzug, den ich um 7 Uhr frühs durchs Sturmklingeln aus dem Schlaf gerissen habe.

Nach mehrmaligen Klingeln an der anderen Türe hatte ich es dann auch endlich geschafft meine Mitbewohner aus den Federn zu holen. Eine nette Taiwanesin, die in der Verwaltung einer Uni arbeitet und ihr deutscher Freund, der nach seinem einjährigen Aufenthalt in Taipei nun wieder nach Deutschland zurück muss. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und einer Wohnungsführung stand ich aber schon wieder alleine da, denn meine Mitbewohner mussten unebedingt noch Schlaf nachholen. Nun - so bleibt mir Zeit, euch kurz meine neue Wohnung vorzustellen.

Insgesamt ist die Wohnung echt groß. Geräumiges Wohnzimmer, 3 Einzelzimmer, ein kleiner Balkon. Der Balkon gleicht aber eher einer Abstellkammer und läd überhaupt nicht zum Verweilen ein. So wird er als Müllablage genutzt. Die Küche ist ganz nett. Aber auch nicht unbedingt DIE Traumküche. Mal sehen, wie oft ich überhaupt dort kochen werde. Das Bad schließlich - wie soll ichs sagen - ist eine halbe Katastrophe. Auf einer Fläche von ca. 1,5m x 1m findet man Klo, Waschbecken und Dusche. Wenn man sich duscht, verwandelt sich aber der ganze Raum in eine einzige Duschkabine, denn es gibt weder Abgrenzung noch Duschvorhang. Unter der Toilette lagert sich der Dreck und der Schimmel fühlt sich in an den Fliesen sichtlich wohl. Die Tür ist aus Holz und ist auch schon halb vom Schimmel aufgegessen. Wie hat das mein neuer Mitbewohner so schön ausgedrückt? "Dieses Bad hat was vom Camping-Feeling". Nun gut. Sobald mein taiwanesischer Mitbewohner Ende August aus der Wohnung ausgezogen ist, werd ich das Bad mal GRÜNDLICHST reinigen.

Genau. Unser taiwanesischer Mitbewohner zieht diesen Monat aus. Dann werde ich sein Zimmer übernehmen. Jetzt gerade belagere ich noch das Zimmer von einer "misteriösen" taiwanesischen "Mitbewohnerin", die zwar fleißig seit einem Jahr die Mite zahlt, aber noch kein einziges Mal hier aufgetaucht ist. Keine Ahnung, wozu das gut ist. Ich durfte auch mal kurz in mein zukünftiges Zimmer spitzen. Von der Größe her ist es wirklich in Ordnung. Nur... es herrscht ein Gestank da drin!! Mir ist fast schlecht geworden. Der Junge hat gar keine Möbel, seine ganzen Klamotten liegen zerknüllt zerstreut auf dem Boden, eine gelblich gefärbte Matratze liegt im Eck, die er ohne Bettbezug nutzt und mitten unter den Klamotten sah ich versteckt noch ein verstaubtes Laufband. Als die Chih Wei (meine taiwanesische Mitbewohnerin) mir das Zimmer gezeigt hat, sagte sie nur: "du musst mal durchlüften" (und ob!!) "außerdem kannst du die Matratze haben, wenn du willt. Müsste man halt mal auch durchlüften" Ähhh... ehrlich gesagt, verspüre ich überhaupt kein Bedürfnis die Matratze dieses Mannes weiterzubenutzen. Mein einziger Gedanke wäre, diese so schnell wie möglich zu entsorgen. V.a. werd ich auch dieses Zimmer erst einmal GRÜNDLICHST reinigen müssen. Aber ich bin mir sicher, dass ich aus dem Zimmer noch ein Schmuckstück machen kann. ;-)

So quälte ich mich durch den ganzen Tag und versuchte mich abzulenken, damit ich nicht ans Schlafen denken musste. Schließlich wollte ich nicht vor 24 Uhr ins Bett gehen - wegem Jet lag. Da lud mich die Chih Wei ein, am Abend mit ihr auszugehen. Ein deutscher Austauschstudent - Max - veranstaltete "Chinesisches Stand-up Comedy". So landete ich in einem kleinen fensterlosen Keller eines kleinen chinesischen Teehauses und verstand natürlich so gut wie gar nichts. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Schließlich zeigten die Künstler vollsten Körpereinsatz und sprangen, tanzten, sangen und wirbelten auf der Bühne herum. Und es war der Wahnsinn, wie gut Max Chinesisch konnte! Soweit möchte ich dann in einem Jahr auch sein!!

Todmüde, fiel ich dann endlich um 24 Uhr ins Bett.....

8:30 Uhr frühs - Und der Jet-lag war überlistet!!! Juhu!!

Aber AUA!!! Mein Rücken!! Denn ich habe keine Matratze. Alles worauf ich schlief war ein Bettpodest aus Holz mit einer art "Isomatte" drauf. Also lag ich ganz schön hart... Max hatte mir zwar seine Matratzen versprochen, aber er fährt erst nächsten Sonntag nach Deutschland. Also noch ne Woche auf dieser harten Unterlage ausharren?? Lieber nicht. Also machte ich mich gleich auf den Weg zu IKEA ;-) Echt super so ein IKEA in der Nähe zu haben. Wenn ihr euch fragt, was ein IKEA in Taiwan für ein Sortiment hat - genau dasselbe wie in jedem anderen IKEA auf der Welt. Jaja, IKEA hat überall dasselbe und auch dieselben Preise. Was in Taiwan ganz schön teuer ist. Doch es finden sich auch einige billigen Sachen. So kaufte ich mir eine ehe dickere Sommerdecke, die ich nun als eine art "Matratze" benutze. Wenns kälter wird und ich die Matratzen von Max habe, kann ich sie dann tatsächlich als Decke benutzen.

Am Abend besuchte ich noch die Mall des nache gelegenen "Far-Eastern Hotel". Alles sehr luxuriös. Über 6 Stockwerke verteilt findet man alles, was das Herz der reichen Leute begehrt ;-) Und im Untergeschoss, alles was der Gourmet begehrt. Hochqualitatives Obst, viele deutsche Produkte wie Almette Frischkäse, dt. Joghurt, Müsli, etc. Aber eben sehr teuer. Neben diesem Feinkostladen gibt es im UG aber noch viele kleine Restaurants, wo man für sehr wenig Geld viele leckere Sachen bekommt. So hab ich mir für ca 3 € ein Menü bestellt, bestehend aus einer Schale Reis mit Fleischsoße und eingelegtem Kohlrabi, einem Teller blanchiertem Spinat (oder sowas ähnliches) mit einer anderen Fleischsoße, einer riesen Schüssel Kohlsuppe mit Fleisch und einem glas Wasser. Sehr sehr lecker!! Daneben gabs auch ein Restaurant, bei dem man für ca dasselbe Geld koreanisch Grillen kann. Das werde ich das nächste Mal mal ausprobieren ;-).


So, das waren die ersten Tage so im Groben. Morgen gehts ab zur Uni, zum Registrieren. Vielleicht gibts dann wieder was zu erzählen! CU!

Sonntag, 17. August 2008

Bald geht's los!!

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Monate lang habe ich auf diesen Moment hingefiebert und nun ist er bald da. Nächste Woche Freitag (22.8.) heißt es nun endlich - AB NACH TAIWAN! Und das für ganze 12 Monate!! Tickets sind alle gebucht, Visum ist im Reisepass, Koffer sind.... noch nicht gepackt (hab ja noch a bissi Zeit) und von den meisten meiner Freunde habe ich mich auch schon verabschiedet. Tja, wie soll ich meine derzeitige Gefühlslage beschreiben? Einerseits rieeeesen Vorfreude, dass es endlich bald los geht - andererseits verspüre ich schon eine kleine Anspannung vor dem Ungewissen. Schließlich ist das mein erster Auslandsaufenthalt, bei dem ich die Landessprache kaum beherrsche. D.h. in den ersten 3 Monaten werde ich wohl vorwiegend mit Händen und Füßen kommunizieren ;-)

Ach! Es wird schon irgendwie gutgehen. Zumindest hab ich ja schon mal ein Platz zum Wohnen - zum Glück. Denn sonst hätt ich mich erst in eine Jugendherberge einquartieren und vor Ort (auf Chinesisch) eine Wohnung suchen müssen. Das wäre bestimmt viel abenteuerlicher geworden, als mir lieb ist. Nun habe ich mir aber mit viel Glück ein 10 m² möbliertes Zimmer in einer 4er WG ergattert. Diese werde ich mir mit zwei Taiwanesinnen und einem Deutschen teilen. Es gibt zwei Badezimmer, eine Küche, ein Wohnzimmer und die Wohnung liegt in einem Hintergässchen, sodass man den Lärm von der Haptstraße nicht mitbekommt. Die angehängten Fotos hat mir meine Zimmergenossin geschickt. Das ganze bekomme ich mit DSL-Anschluss und Klimaanlage für ca. 175 Euro / Monat inkl. Nebenkosten. Also gar nicht so schlecht. V.a. ist die Wohnung mitten in der Innenstadt und ich brauche bis zur Uni nur ca. 15 min. mit dem Fahrrad oder ich benutz die U-Bahn, die nur ca. 2 min. von meiner Wohnung entfernt liegt. Auch ein kleiner Parkt findet sich vor meiner Haustür.



Wie gesagt, nur noch 6 Tage bis zum Abflug. Was ist noch zu tun? Kofferpacken ist angesagt! Und letzte Gastgeschenke besorgen. Da fragt man sich - was wünschen sich Taiwanesen aus Deutschland? Bier? Wein? Weißwurscht? Nee, nee. Man höre und staune - Multivitamintabletten und Bergkäse. Daneben Niveacreme und Gummibärchen. Na, diese Wünsche wird die gute Ina-Fee wohl ohne Probleme erfüllen können ;-D !